Siamesische Zwillinge in Sechs-Stunden-OP getrennt

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Die 15 Monate alten siamesischen Zwillinge aus dem Himalaya-Staat Bhutan haben die Operation gut überstanden. Wie ihre Ärzte mitteilten, muss keines der Mädchen intensiv medizinisch behandelt oder künstlich beatmet werden. "Und eine Freude auch". Ein Team aus 25 Ärzten und Pflegern des Royal Children's Hospital in Melbourne, Australien, arbeitete rund sechs Stunden daran, die Schwestern zu trennen. Kurz nach dem erfolgreichen Eingriff veröffentlichte die Klinik Fotos, wie die Mädchen in getrennten Betten liegen. Nach Angaben der Ärzte atmen die beiden Mädchen auch schon wieder eigenständig. Die Voruntersuchungen hatten ergeben, dass sie offenbar eine gemeinsame Leber haben. Zudem konnte der Darmtrakt ebenfalls auseinandergebracht werden. Die Operation dauerte damals insgesamt 38 Stunden. Zum Glück habe es während der Operation keine böse Überraschung gegeben, sagte Chefarzt Crameri. "Aber wir sind zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis haben".

Die Kinder müssen jetzt noch einige Zeit im Spital verbringen. Sie war jedoch verschoben worden, um weitere Untersuchungen zu ermöglichen.

Ob die Organe normal funktionieren, wussten die Ärzte vor Beginn der Operation nicht genau.

Siamesische Zwillinge Nima und Dawa mit ihrer Mutter vor der Operation.

Als siamesische Zwillinge bezeichnet die Medizin eine Fehlentwicklung, die sich schon in sehr frühen Entwicklungsstadien im Mutterleib ausbildet.

Zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Kinderarzt waren Nima und Dawa bereits im Oktober nach Australien gereist. Benannt ist das Phänomen nach Chang und Eng Bunker die 1811 in Siam - weitgehend das heutige Thailand - zur Welt kamen und ihr Leben lang miteinander verwachsen blieben.

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