UBS-Prozess in Paris - Frankreichs Staatsanwalt fordert 3,7 Milliarden Euro

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Nach dem Willen der Anklage soll das Geldhaus eine empfindliche Strafe treffen: Der Pariser Staatsanwalt hat eine Rekordstrafe von 3,7 Milliarden Euro gefordert.

Der Steuerbetrugsprozess gegen die Schweizer Grossbank UBS nimmt immer grössere Dimensionen an. Ein anderer Staatsanwalt - Eric Russo - sagte am Ende des Verfahrens: "Steuerhinterziehung ist nichts anderes als Diebstahl an der Öffentlichkeit".

Die UBS steht in Frankreich seit dem 8. Oktober und voraussichtlich noch bis zum 15. November 2018 vor Gericht, wo sie sich gegen Vorwürfe der Geldwäscherei und der Beihilfe zum Steuerbetrug verteidigen muss.

Banken verdienten es daher, strafrechtlich verfolgt und bestraft zu werden. Die UBS solle eine Geldstrafe 3,7 Milliarden Euro zahlen. Die Strafe gegen Banken müsse so hoch ausfallen wie der Schaden, welcher der Gesellschaft entstanden sei. Die mögliche Höchststrafe wurde gar auf 9 Milliarden Euro beziffert.

Das verlangt der Anwalt der französischen Republik, Xavier Normand-Bodard, am Mittwoch in seinem Plädoyer. Die UBS habe ein ausgeklügeltes Betrugs- und Geldwäschereisystem aufgebaut und sich dabei hinter dem Bankgeheimnis verschanzt.

Die UBS soll laut Anklage zwischen 2004 und 2012 Bankberater nach Frankreich geschickt haben, um in illegaler Weise besonders reiche französische Kunden anzuwerben. Die Kunden seien an Empfängen, Jagdgesellschaften oder an Sportanlässen angesprochen worden, um sie von der Eröffnung von Schwarzgeld-Konten in der Schweiz zu überzeugen. Im Juli 2014 hatte die Bank eine Kaution von 1,1 Mrd.

Insgesamt soll die Grossbank französische Kunden dazu angestiftet haben, mehr als zehn Milliarden Euro am Fiskus vorbei zu schmuggeln. Die Anklage beruht teilweise auf Aussagen und Dokumenten von ehemaligen Mitarbeitern. Die UBS werde sich dort mit faktischen und juristischen Argumenten zur Wehr setzen.

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