Donald Trump: US-Präsident beginnt Frankreich-Besuch mit Angriff auf Macron

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Deutschland habe den Krieg verloren und die Politik, die zum Ersten Weltkrieg geführt habe, habe viele Schuldige. Neben Trump stand seine Frau Melania. Es ist Trumps erste Auslandsreise nach den Kongresswahlen. Vor Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Staats- und Regierungschefs aus mehr als 60 Staaten der ehemaligen Kriegsparteien rief er dazu auf, "den Frieden über alles andere" zu stellen. Höhepunkt wird am Sonntag eine große Gedenkfeier im Schatten des Pariser Triumphbogens sein. Doch der "Weltkriegs-Gipfel" wird nicht ohne Spannungen verlaufen, meinten Diplomaten. Es war das erste Mal, dass ein deutscher Regierungschef das Mahnmal in Compiègne besucht hat - auf ausdrücklichen Wunsch von Macron.

Merkel und Macron besuchten ein Museum mit einem nachgebauten Waggon.

"Patriotismus ist (.) genau das Gegenteil von Nationalismus", sagte Macron, der in Gedenken an die gefallenen Soldaten die Ewige Flamme unter dem Pariser Triumphbogen im Regen symbolisch neu entfachte.

Trump sagte bei dem Treffen, er und Macron seien in den vergangenen Jahren "sehr gute Freunde" geworden.

November ist seit 1922 in Frankreich ein gesetzlicher Feiertag.

Bei ihrem Zusammentreffen im Elysee-Palast schlagen die Töne anders. Auf ihren nackten Oberkörper hatte sie "falscher Friedensstifter" (Fake Peacemaker) geschrieben. Auf dem Programm steht ein gemeinsames Mittagessen der beiden Ehepaare (10. November). Er werde mit Trump über seinen Vorschlag einer europäischen Armee und über ein Europa sprechen, "das einen größeren Teil der gemeinsamen Lasten in der NATO tragen kann", sagte Macron. (Bild: Philippe Wojazer / Reuters) In der nordfranzösischen Gemeinde Thiepval haben Macron und May der Opfer der Somme-Schlacht von 1916 gedacht.

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland kritisierte die Teilnahme Deutschlands an der Gedenkveranstaltung in Paris. Es war das Mal, dass ein deutsches Staatsoberhaupt zur traditionellen Kranzniederlegung am 11. November in die britische Hauptstadt reiste. Dieses Mal war es Macron, der Trumps Hand, unter Druck Fakten werfend, eisern umklammert hielt. Macron hatte angedeutet, dass Europa sein eigenes Militär aufbauen sollte. Berlin und Paris müssten "auf all diesen Feldern die Führung übernehmen". Auch Trump fordert erneut eine gerechtere Lastenverteilung innerhalb der Nato.

Der Erste Weltkrieg gilt manchen Historikern als "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts.

Er wolle den tapferen Amerikanern Anerkennung zollen, die in dem Krieg ihr Leben gelassen hätten, sagte Trump bei einer Zeremonie auf dem Friedhof in Suresnes und erinnerte an den hohen Blutzoll, den die Alliierten vor 100 Jahren für den Sieg gezahlt hätten: Mehr als eine Million französische und 116.000 US-Soldaten seien gefallen. Die Kaiserreiche Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland brachen zusammen. Aus den Trümmern ging eine Vielzahl neuer Nationen in Mitteleuropa und auf dem Balkan hervor.

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