Grippesaison in NRW - Impfstoff wird vereinzelt knapp

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Das Gesundheitsministerium schafft nun Möglichkeiten, um den Engpass auszugleichen.

Hat die Grippewelle im vergangenen Winter Spuren hinterlassen? Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), ist sich da nicht sicher.

Hannover - Angesichts von bestehenden Engpässen und einer Fehlverteilung bei Grippeimpfstoffen in einigen Bundesländern will Niedersachsen deren Bestellung zukünftig anders regeln.

In Hessen sind die Vorräte aus einem bestellten Groß-Kontingent des Landesapothekerverbands erschöpft. Die Nachproduktion durch Pharmakonzerne sei nicht möglich, da diese mindestens sechs Monate dauere. Außerdem könnten bundesweite Aufrufe zur Grippeimpfung und Berichte über die besonders starke Grippewelle zwischen Dezember 2017 und April 2018 bei den Bürgern in Erinnerung geblieben seien und für eine höhere Impfbereitschaft gesorgt haben.

Obwohl also per se jeder eine Impfung bekommen kann, rät das Robert-Koch-Institut besonders Menschen über 60, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Senioren- oder Pflegeheimen und medizinischem Personal zur Impfung. Heiner Garg (FDP) Nachsteuerungsbedarf bei der Impfstoffbeschaffung: "Ich werde mit den Krankenkassen erörtern, welche Konsequenzen sie daraus ziehen und erwarte auch vom Bundesgesundheitsminister Vorschläge zur Verbesserung des Verfahrens". Carsten Wohlfeil, Geschäftsführer der Apothekenkammer des Saarlandes, sagt, es könnte zu einer großen Nachfrage geführt haben, dass die gesetzlichen Kassen nun erstmals für den Vierfach-Impfstoff gegen Grippe bezahlen. Im Rheinland habe es erste Meldungen von Praxen gegeben, die Impfstoff benötigen, so ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. "Wir gehen davon aus, dass es genügend Impfstoffe gibt", sagt ein Sprecher auf Nachfrage der taz. Es seien eine Millionen mehr Impfdosen verfügbar, als im letzten Jahr verimpft wurden. "Die Patienten haben in diesem Jahr möglicherweise viel früher angefangen, sich impfen zu lassen".

Diese seien lediglich regional schlecht verteilt. Diese organisiert die Versorgung mit Grippe-Impfstoffen seit 2011 für die drei Bundesländer gemeinsam mit den jeweiligen Apothekerverbänden. "Ob sich auch insgesamt mehr Menschen impfen lassen oder die Impfungen nur früher stattfinden, können wir noch nicht wissen".

Die Hersteller kalkulierten die Impfstoffmenge anhand von Erfahrungswerten und den Vorbestellungen durch Ärzte und Apotheken. Das führt schon jetzt im November zu einem Mangel an Impfstoff.

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