Trump attackiert US-Autoriesen General Motors

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Zehntausende Mitarbeiter von General Motors werden in Nordamerika in absehbarer Zeit ihren Job verlieren. Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass US-Präsident Donald Trump trotz früheren Drohungen direkt hinter der Fabrikschliessung steht, doch ist Barra offensichtlich bemüht, GM vorsorglich aus der politischen Schusslinie zu nehmen, indem sie nebst den vier US-Standorten eben auch die kanadische Tochter stilllegt.

Barra begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, sich den verändernden Marktbedingungen anzupassen. Im Sommerquartal stieg der Umsatz um 6,4 Prozent, der Nettogewinn betrug überraschend starke 2,5 Milliarden Dollar. Ein Viertel davon umfasst Führungspositionen, das solle Entscheidungsprozesse vereinfachen.

Für US-Präsident Trump sind die angekündigten Entlassungen ein großes Ärgernis - schließlich hat er versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor.

Zu Reportern sagte Trump, er sei nicht glücklich mit der Entscheidung des Konzerns und habe dies GM-Chefin Mary Barra auch mitgeteilt.

Die Produktion von kleineren und mittelgroßen Pkw, die auf dem US-Markt immer weniger Abnehmer finden, wird hingegen weiter zurückgefahren. Erzrivale Volkswagen hatte kürzlich einen riesigen Investitionsplan aufgesetzt, die japanischen und südkoreanischen Konkurrenten sind ebenfalls im Rennen. Es gehe darum, das Unternehmen mit leichteren Modellen und elektrischen Vehikeln, auch selbstfahrenden Modellen, beweglicher zu machen und auf kommende Herausforderungen vorzubereiten.

GM will verkaufsschwache Modelle einstellen und sich künftig stärker auf innovative Bereiche wie E-Autos und das autonome Fahren konzentrieren. In den USA und Kanada könnten bis Ende 2019 fünf Fertigungsstätten geschlossen werden.

Mit Blick auf das Vorhaben von General Motors, im Bundesstaat Ohio ein Werk zu schließen, reagierte Trump regelrecht wütend. Die Amerikaner stellen sich lieber Pick-ups mit offener Ladefläche oder SUVs in die Garage.

Der grösste US-Autohersteller will mit der Umstrukturierung sechs Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) im Jahr einsparen.

Nun kündigte GM an, die Angestelltenzahl in Nordamerika insgesamt um etwa 15 Prozent zu verringern. Das sei möglich, weil die Investitionen in neue Gelände- und Lastwagen schon abgeschlossen seien, erklärte Barra. Den Aufwand für die Restrukturierung bezifferte GM auf 3,0 bis 3,8 Milliarden Dollar, die überwiegend in diesem und im nächsten Quartal anfielen.

Die US-Automobilgewerkschaft UAM warf GM vor, die Produktion in grossem Stil nach China und Mexiko verlagern zu wollen, wo die Löhne um mehr als die Hälfte niedriger seien.

Alle großen Autobauer investieren derzeit massiv in Elektromobilität und selbstfahrende Autos. In der Verwaltung sollen 8000 Stellen wegfallen.

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