Trump droht General Motors mit Streichung von Subventionen

Einstellen Kommentar Drucken

"Die USA haben General Motors gerettet, und dies ist der DANK, den wir bekommen!" Der Autokonzern will sich so nach eigener Aussage fit für die Zukunft machen.

Diesen - für Trumps Regierung in Washington unangenehmen - Teil des Stellenabbaumotivs räumt GM öffentlich bislang nur indirekt mit dem Verweis auf "gestiegene Materialkosten" ein.

Ankündigung, Tausende Arbeitsplätze in Nordamerika abbauen zu wollen, hat Donald Trump am Dienstag schwere Geschütze gegen den Autobauer aufgefahren: Über Twitter drohte der US-Präsident GM damit, die Subventionen für E-Autos zu kürzen. Den Präsidenten ficht das jedoch nicht an: In einem Interview mit dem Wall Street Journal kündigte Trump nur drei Tage vor dem G20-Gipfel in Buenos Aires an, die Strafzölle auf chinesische Produkte im Gesamtwert von 200 Milliarden Dollar von zehn Prozent auf 25 Prozent anheben zu wollen. Sollte das Werk dort dauerhaft geschlossen bleiben, habe sie "ein Problem", drohte Trump GM-Chefin Barra.

Zu Reportern sagte Trump, dass er nicht glücklich mit der Entscheidung GMs zur Stilllegung einer Anlage in Lordstown im Bundesstaat Ohio sei. Er sei sehr enttäuscht von General Motors und der Unternehmenschefin Mary Barra, schrieb Trump. Sie habe ihm versichert, dass die Maßnahme nichts mit den jüngst verhängten Schutzzöllen zu tun habe. Der Beschluss sei dagegen auf magere Absatzzahlen zurückzuführen.

Nicht nur beim US-Präsidenten auch bei der oppositionellen Lokalpolitik stoßen die Schließungspläne auf heftige Kritik: Der örtliche Abgeordnete Tim Ryan von den Demokraten sagte, der Schritt von GM sei eine "üble Kombination aus gierigen Unternehmern und Politikern, die keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben". Dafür ist laut Barra ein tiefgreifender Konzernumbau nötig. Er hat sich den Erhalt von Industriearbeitsplätzen in den USA auf die Fahne geschrieben. Ebenfalls könnte der Betrieb in zwei weiteren Fabriken für Verbrennungstechnik eingestellt werden. Nun sei GM dran. So soll GM für den sich ändernden Markt gewappnet sein. Der Abbau könnte laut US-Medien 10 000 bis 15 000 Mitarbeiter betreffen. Bis Ende 2020 will der frühere Opel-Mutterkonzern jährlich sechs Milliarden Dollar einsparen.

Zunächst werden durch Sonderaufwände wie kündigungsbedingte Abfindungen jedoch Belastungen von bis zu 3,8 Milliarden Dollar entstehen.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an - die GM-Aktie reagierte mit kräftigen Kursgewinnen und stand zuletzt mit 5,7 Prozent im Plus. Denn eigentlich lief es bei dem Autogiganten zuletzt rund: Im Sommerquartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 6,4 Prozent, der Nettogewinn betrug überraschend starke 2,5 Milliarden Dollar.

Für US-Präsident Trump sind die angekündigten Entlassungen ein großes Ärgernis - schließlich hat er versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor.

Comments