Trump kritisiert Fed-Chef: "Größeres Problem als China"

Einstellen Kommentar Drucken

Der US-Präsident teilt verbal gegen Fed-Chef Jerome Powell aus.

Dass sich Präsidenten in die Geldpolitik einmischen, gilt eigentlich als tabu. In einem Zeitungsinterview bekräftigte er seine Kritik an dem von ihm selbst ins Amt gehievten Fed-Chef Jerome Powell. Der US-Präsident beschwerte sich, dass er bei seiner Wirtschaftspolitik - seinen "Deals" - nicht von der Fed unterstützt werde. "Sie begehen einen Fehler, denn ich habe ein Bauchgefühl, und mein Bauchgefühl sagt mir manchmal mehr, als mir das Gehirn eines anderen jemals sagen kann".

Angesichts der boomenden Wirtschaft erhöht die Fed bereits seit Anfang 2017 schrittweise die Zinsen, um die Inflation moderat zu halten. Damit will sie ihr Mandat erfüllen, Vollbeschäftigung und stabile Preise zu befördern.

Powell hat angesichts der mehrfachen Attacken Trumps die Unabhängigkeit der Fed betont. Er fürchtet, dass sie mit ihren Zinserhöhungen die US-Konjunktur abwürgen. Nach der jüngsten Zinsanhebung Ende September sagte er, bei geldpolitischen Entscheidungen spielten "politische Faktoren oder ähnliches" keine Rolle. Außerdem stört er sich an höheren Zinsen, weil sie der Regierung die Finanzierung der steigenden Haushaltsdefizite erschweren. "Bisher bin ich mit meiner Wahl von Jay noch nicht mal ein kleines bisschen glücklich", sagte Trump der "Washington Post".

Die Notenbank liege mit der wiederholten Anhebung der Leitzinsen "vollkommen falsch", sagte Trump. Dies zeigt inzwischen Wirkung: Powell lässt die Arbeitsweise der Notenbank überprüfen und erwägt Reformen, hatte er kürzlich angekündigt. Für Mittwochabend wurde eine Rede von ihm auf einer Wirtschaftsveranstaltung in New York erwartet.

Comments