"Offshore-Leaks" und "Panama Papers": Razzia bei der Deutschen Bank

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Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen zwei 50- bzw. Gegenstand der Ermittlungen sei der Vorwurf der Geldwäsche.

Laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt sind im Zuge der Durchsuchungen zahlreiche Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sichergestellt worden.

Mit einem Großaufgebot der Polizei lässt die Staatsanwaltschaft Frankfurt zur Stunde Geschäftsräume der Deutschen Bank durchsuchen. Von der Deutschen Bank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Es geht nach ersten Berichten um den Verdacht der Geldwäsche. Am Morgen durchsuchten etwa 170 Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der Bundespolizei deshalb sechs Objekte in Frankfurt, Eschborn und Groß-Umstadt. Ein Ex-Mitarbeiter der Danske Bank hatte vergangene Woche ausgesagt, dass bis zu 150 Milliarden Euro über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien.

Eine Auswertung von Dokumenten der "Offshore-Leaks" und der "Panama Papers" habe den Verdacht zugelassen, dass die Deutsche Bank Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen geholfen habe und dabei auch Gelder aus Straftaten auf Konten der Großbank geflossen seien.

Möglich soll dies gewesen sein, indem über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den britischen Jungferninseln allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein sollen.

Erste Bilder aus der Frankfurter Innenstadt zeigen eine lange Schlange an Streifenwagen der Polizei, die mit eingeschaltetem Blaulicht vor der Konzernzentrale parken.

In Zusammenhang mit den Panama Papers läuft eine Hausdurchsuchung in mehreren Gebäuden der Deutschen Bank.

Die Aktien von Deutschlands größtem Kreditinstitut brachen binnen weniger Minuten um bis zu 4,9 Prozent auf 8,17 Euro ein. Man werde mit den Behörden "vollumfänglich kooperieren", sagte ein Sprecher.

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