Tiebreak verläuft einseitig:Magnus Carlsen bleibt Schach-Weltmeister

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Der Norweger setzte sich mit 3:0 im Tiebreak beim Schnellschach gegen seinen US-Herausforderer Fabiano Caruana durch. Carlsens Vorgehen lässt nur einen Schluss zu: Im Tiebreak sieht sich Weltmeister als klaren Favoriten, sonst hätte er das Remis mit dem Angebot nicht forciert.

Der Amerikaner Fabiano Caruana und der Norweger Magnus Carlsen kämpfen erneut um den WM-Titel im Schach. Wie es jetzt weitergeht, warum Titelverteidiger Carlsen am Montag trotz günstiger Ausgangslage ein Remis anbot, und was für den Herausforderer spricht - das verrät Kenner und Kulturredaktor Linus Schöpfer im Video oben. "Ich bin froh, diese Herausforderung gemeistert zu haben".

Carlsen ist der mit Abstand weltbeste Schnell- und Blitzschachspieler. Bei einem Remis ist der Spieler mit den schwarzen Steinen der Sieger. Caruana dagegen hat zwar spielerisch etwas größere Probleme gehabt, er strahlt aber Ruhe und Souveränität aus. Um es plastisch zu sagen: Eine reguläre Schachpartie dauert im Durchschnitt vier Stunden, eine Schnellschachpartie 50 Minuten, eine Blitzpartie zwölf Minuten. In den ersten beiden Partien brachte er seinen Gegner zur Aufgabe, machte im dritten Spiel mit einer Umwandlung eines Bauern zur Dame alles klar. "Ich hatte nie wirklich eine Chance", befand der US-Amerikaner anschließend: "Ich habe nicht ansatzweise auf seinem Level gespielt".

Zwei Tage vor seinem 28. Geburtstag hat der Schach-Weltmeister damit seine Krone gegen den gefährlichsten Gegner verteidigt und auch seinen minimalen Vorsprung in der Weltrangliste behalten.

London. Magnus Carlsen, 27, ist der alte und neue Schach-Weltmeister. Carlsen war für diese Variante besser vorbereitet. Er verpasste durch die Niederlage die Chance, erster Schach-Weltmeister aus den USA seit dem legendären Bobby Fischer zu werden.

Es entwickelte sich eine spannungsgeladene Partie, in der Carlsen äußerst schnell spielte und deutliche Zeitvorteile hatte. Caruana dagegen wird auf der Rangliste im Schnellschach auf Platz zehn geführt und im Blitz auf Platz 18. Nach dem Stichkampf gegen den Russen Sergej Karjakin letztes Jahr hat er nun zum zweiten Mal den Titel in extremis verteidigen können. Der Rekord von Kasparow und Anand, die 1995 mit acht Remis in die WM gestartet waren, ist längst gebrochen. Seine vorrangige Stellung im Schach ist jedoch nicht mehr so unbestritten wie angenommen. Die Live-Übertragungen der Partien im norwegischen Fernsehen hatten Einschaltquoten von zeitweise über 70 Prozent.

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