Journalist und Mafia-Experte: Dagobert Lindlau ist tot

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Die Politik hat ihn auch im hohen Alter nicht losgelassen.

Trauer um den TV-Journalisten Dagobert Lindlau. Für seine journalistische Arbeit wurde Lindlau vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit drei Grimme-Preisen.

Von den Sechzigerjahren bis ins Jahr 1992 arbeitete Lindlau als Chefreporter für das BR-Fernsehen. Als Urgestein des kritisch-engagierten Fernsehjournalismus hat er auch im hohen Alter deutliche Worte zu brisanten Themen gefunden.

Daneben verfasste Lindlau zahlreiche Sachbücher und Romane, darunter etwa der 1987 erschienene Bestseller "Der Mob - Recherchen zum organisierten Verbrechen", in dem er über die Methoden der Schutzgelderpressung und des Rauschgifthandels berichtete.

Seine Reportagen lösten oft Diskussionen aus. "Eine Art Beruf" über eigene Erfahrungen und Erlebnisse. Das teilte der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf seine Familie mit. Die Flüchtlingskrise bezeichnete Lindlau 2015 im dpa-Interview als "übermächtige Herausforderung", die auch mit einer "noch so liebenswerten und verdienstvollen Willkommenskultur und ein paar Gesetzen allein nicht zu bewältigen sein wird". Außerdem leitete er die Redaktion "Report München" und moderierte ab 1975 den "Weltspiegel" im Ersten. "Mit Fakten kann man alles beweisen".

"Mit Dagobert Lindlau verlieren wir einen unbeugsamen, unverrückbaren und unerschrockenen Journalisten". "Sagen, was ist, ob es gefällt oder nicht, dies war sein Prinzip".

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