Angestellte machten 2017 offenbar mehr als 2,1 Milliarden Überstunden

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Die Beschäftigten in Deutschland haben einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr so viel Mehrarbeit geleistet wie seit 2007 nicht.

Demnach wurde nur die Hälfte der zusätzlich geleisteten Stunden vergütet, rund eine Milliarde Stunden sei unbezahlt geblieben.

Rund 2,1 Milliarden Überstunden haben Beschäftigte in Deutschland laut einem Bericht im Jahr 2017 insgesamt angesammelt - die Hälfte davon unbezahlt. So stieg die Zahl der Überstunden pro Arbeitnehmer im Schnitt von 48 im Jahr 2016 auf 53,2 im vergangenen Jahr. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Nach diesem Mikrozensus wurden 2017 nur 1,1 Milliarden Überstunden erbracht.

Die Linken-Arbeitsmarktpolitikerin Jessica Tatti nannte die Zahlen "skandalös" und forderte eine "Anti-Stress-Verordnung". Der Trend scheint sich fortzusetzen: Im ersten Halbjahr 2018 lag die Zahl der Überstunden bereits bei 1,1 Milliarden. In Informations- und Kommunikationsberufen werden ebenfalls vergleichsweise viele Überstunden gemacht, gleiches gilt für die Land- und Forstwirtschaft sowie für den Handel und das Gastgewerbe. In dieser Statistik aber dürften laut Einschätzung der Bundesregierung weniger Überstunden erfasst sein als tatsächlich geleistet.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund zeigte sich angesichts der Zahl der Überstunden alarmiert. "Die Zahl der geleisteten Überstunden hat in 2017 ein unerträgliches Maß erreicht und bedeutet ein hohes gesundheitliches Risiko für die Beschäftigten", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann unserer Redaktion. Ein regelrechter Skandal sei die Tatsache, dass die Hälfte der Überstunden nicht bezahlt werde. Das sei nichts anderes als Lohndiebstahl und müsse endlich wirksam sanktioniert werden. Außerdem arbeitet jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte zu einem Niedriglohn. "Insofern sollten wir keine Probleme herbeireden, wo keine sind", hieß es von der BDA.

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