Ex-US-Präsident George Bush gestorben

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Bescheiden, freundlich, patriotisch - so würdigten Wegbegleiter wie Clinton, Obama und Trump den verstorbenen US-Präsidenten George H.W. Bush. Dies teilte ein Sprecher der Familie in der Nacht auf Samstag via Twitter mit.

Als Sohn eines Senators hatte der Republikaner Bush später so viele Ämter inne wie nur wenige Politiker: Er saß für den Staat Texas als Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus, war UN-Botschafter seines Landes, Gesandter in China, CIA-Direktor und Vizepräsident unter Präsident Ronald Reagan. Das teilte sein Sohn, George W. Bush, am Freitagabend mit.

"George H.W. Bush war ein Mann mit herausragendem Charakter und der beste Vater, den sich ein Sohn oder eine Tochter wünschen kann", schrieb sein Sohn George W. Bush in der Mitteilung. Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben.

Eine weitere Besonderheit: Acht Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident zog 2001 sein Sohn George W. ins Weisse Haus ein.

Im April musste George H.W. Bush Abschied von seiner Frau nehmen.

Nach 73 Jahren Ehe seien George und Barbara jetzt wieder vereint. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen eines im Alter von drei Jahren gestorben war. Zuletzt sass er im Rollstuhl.

In seiner Amtszeit kam es aber auch zum Panamakrieg. Seine Amtszeit war geprägt durch den Fall der Berliner Mauer, den Zerfall der Sowjetunion und den Golfkrieg 1991.

Die Vorliebe des Verstorbenen für Stabilität und internationalen Konsens steht in scharfem Kontrast zum Vorgehen des aktuellen Amtsträgers Donald Trump - den Bush sen. als Anhänger derselben Partei nicht wählte. Durch seine Authentizität, seinen Witz und sein unerschütterliches Bekenntnis an Glaube, Familie und das Land habe er Generationen von Amerikanern zum öffentlichen Dienst inspiriert, hiess es in der Nacht zum Samstag in einer Mitteilung des Weissen Hauses. Bush habe immer einen Weg gefunden, die Messlatte höher zu setzen.

"Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges", hieß es weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

Ein enges Verhältnis hatten Bush und Trump nicht. Der Präsident liess ausrichten, "aus Respekt vor der Bush-Familie" nicht an der Zeremonie teilnehmen zu wollen. George W. Bush war allerdings unbeliebter als sein Vater - auch in Deutschland. Der, ganz im Gegensatz zu Frankreich und Großbritannien, in den entscheidenden Monaten nicht mauerte und nicht auf Zeit spielte. Nach dem irakischen Überfall auf Kuwait 1990 rief Bush eine multilaterale Koalition gegen den Irak unter dem damaligen Machthaber Saddam Hussein ins Leben.

George Bush (r.) mit Ex-Kanzler Helmut Kohl im Jahr 1992. Dagegen feierte Bush die Verhaftung von Militärmachthaber General Manuel Noriega, der später in Miami wegen Drogenhandels zu 40 Jahren verurteilt wurde, als klaren Erfolg.

Barbara und George H.W. Bush winken den Unterstützern in Houston nach seinem Sieg in den Präsidentschaftswahlen zu. In der ersten Reihe sassen seine Frau, First Lady Melania Trump, Hillary und Bill Clinton sowie das vormalige First Couple Barack und Michelle Obama einträchtig nebeneinander.

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