Paris: Schwere Ausschreitungen bei "Gelbwesten"-Protesten - Polizei setzt Tränengas ein"

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Besonders heftig waren die Ausschreitungen am Vormittag am Triumphbogen an der Spitze der Champs-Élysées.

Eine Polizeisprecherin sagte, es seien sieben Demonstranten und drei Polizisten verletzt worden.

Demonstranten mit gelben Westen, ein Symbol für den Protest französischer Autofahrer gegen höhere Kraftstoffsteuern, sind hier in der Nähe einer brennenden Barrikade nahe des Place de l'Étoile in Paris zu sehen. Innenminister Christophe Castaner nannte die Vorfälle "nicht tolerierbar" und eine "Beleidigung für die Republik". Sie befürchtete, dass sich Anhänger von gewaltbereiten rechts- und linksextremen Gruppen unter die Protestbewegung gemischt hätten.

Neben den Krawallmachern protestierten auch 700 friedliche "Gelbwesten".

Auch in Brüssel war es gestern bei Protesten von 300 Demonstranten zu Krawallen gekommen. Dort wurden rund 5000 Polizisten zusammengezogen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die "Gelben Westen" ein, die auf der Prachtmeile Champs-Elysées versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen. Zwei Menschen seien wegen Besitzes von verbotenen Waffen festgenommen worden.

Seit mehr als zwei Wochen blockieren die "Gilets jaunes" (Gelbwesten) bei Protesten in ganz Frankreich die Straßen und stellen eine der größten und anhaltendsten Herausforderungen dar, vor denen Emmanuel Macron in seiner 18-monatigen Präsidentschaft stand.

Die Champs-Élysées sind zwar für Fußgänger zugänglich, an den Zugängen zu dem Boulevard wurden aber Identitäts- und Sicherheitskontrollen eingerichtet.

Es ist nun das dritte Wochenende in Folge, an dem die Protestgruppe mit Großaktionen landesweit demonstriert. Die "Gelbwesten" gehen aus Protest gegen steigende Spritkosten und die Reformpolitik der Regierung auf die Straße. Laut Regierungschef Édouard Philippe hat es mehr als hundert Festnahmen gegeben. Sie fordern außerdem Anhebungen von Mindestlohn und Renten. Die Menschen demonstrieren aber auch gegen die steigenden Lebenskosten im Allgemeinen und die zunehmende soziale Ungleichheit im Land.

Die Partei von Macron wählte unterdessen dessen Vertrauten Stanislas Guerini zu ihrem neuen Vorsitzenden. Sein Vorgänger im Amt des Parteivorsitzenden war Castaner. Mit Blick auf die zeitgleich stattfindenden Proteste der "Gelbwesten" sagte der Macron-Vertraute, er verschließe auch nicht die Augen "vor der Gewalt, die sich abspielt, während wir reden".

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