Reggae wird Kulturerbe: Staatenvertreter tanzen spontan zu Marleys Song "One Love"

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Reggae ist auch ein Afrika ein Hit:Ein Mitglied der Gruppe Ivoire Binghi bietet hier Fanware beim "International Festival of Abidjan Reggae" in der Republik Elfenbeinküste an. Für Fans war das schon immer eine Tatsache, gestern hat Reggae nun auch einen offiziellen Ritterschlag erhalten: Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die Musikrichtung zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Nach dem Beschluss des zuständigen Ausschusses am Donnerstag in Mauritius tanzten die Staatenvertreter spontan zu Marleys Song "One Love", wie eine Unesco-Sprecherin berichtete. Aber wie relevant ist die Musikrichtung aus Jamaika, die ihren Höhepunkt in den 1970er-Jahren hatte, heute noch?

Gerade mal 2,8 Millionen Einwohner zählt der Inselstaat in der Karibik - doch mit dem Reggae hat Jamaika die ganze Welt erobert. Doch das täuscht etwas: Themen wie Unterdrückung, soziale Ungleichheit und politische Entfremdung sind zentrale Merkmale der Texte von Reggae-Größen wie Bob Marley, Peter Tosh und Jimmy Cliff. Zuvor hatte die Unesco-Kommission das deutsche Handwerk des Blaudrucks auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Maria und Josef, Hirten und Könige werden dabei oft von Türmen, Erkern und Kuppeln, die etwa der Kathedrale auf dem Krakauer Wawelhügel oder der Marienkirche auf dem Marktplatz nachempfunden sind, fast verdeckt. Er habe "die Identität der Alpenbevölkerung geprägt", die im Laufe der Jahrhunderte empirisches Wissen gesammelt und Praktiken entwickelt hätten, um sich vor Lawinen zu schützen.

Erwartet wurde bei der Unesco noch eine Entscheidung zu einem ungewöhnlichen Antrag der Schweiz und Österreich: Sie wollen ihren "Umgang mit der Lawinengefahr" als immaterielles Kulturerbe anerkennen lassen. Auch die spanischen Trommelkonzerte "Tamboradas" gehören dazu, ebenso traditionelles Marionettentheater aus Sri Lanka und das Töpferhandwerk der Frauen in Sejnane (Tunesien). Kulturministerin Olivia Grange zeigte sich nach der Sitzung in Port Louis auf Mauritius "sehr glücklich und bewegt", wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte.

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