Fusion von Kaufhof und Karstadt ist perfekt - Wirtschaft

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Düsseldorf/Berlin - Der Warenhauskonzern Karstadt greift nach dem Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Galeria Kaufhof im Top-Management durch.

Die operative Führung des fusionierten Unternehmens wird Karstadt-Chef Stephan Fanderl übernehmen.

Der neue Einzelhandelsriese hat europaweit 243 Standorte und beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter.

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Kaufhof-Chef Neuwald wird im Umfeld von Karstadt angelastet, dass sein angekündigtes Sanierungsprogramm "Turn 2 win" sehr deutlich hinter den Erwartungen geblieben sei. Auch weitere wichtige Schlüsselpositionen sollen mit Karstadt-Leuten besetzt werden.

Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass Fanderl mit der Situation bei Galeria Kaufhof hochgradig unzufrieden sei. Die Lage dort sei noch schlechter als bei Vertragsunterzeichnung im Spätsommer erwartet. Die Verluste würden immer größer, hatte zuletzt eine Person gesagt, die die aktuellen Zahlen kennt. Im Umfeld von Kaufhof wurde dieser Darstellung widersprochen. Die Kosten seien bereits um über 30 Millionen Euro gesenkt worden. Im Oktober und November seien die Geschäfte sogar wieder besser gelaufen als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres. Bei der Kritik an der Lage des Kaufhof gehe es möglicherweise auch darum, den Boden für die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag vorzubereiten, wurde auf Kaufhof-Seite spekuliert.

Verdi hatte nach dem offiziellen Vollzug der Fusion am Freitag eine "sofortige Einbindung" der Betriebsräte und der Gewerkschaft gefordert. Die Karstadt-Mutter Signa hält dabei einen Anteil von 50,01 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, HBC 49,99 Prozent. Der Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company bleibt als Minderheitseigentümer an Bord. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die beiden Ketten eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition. Kaufhof und Karstadt macht seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren.

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