Jens Spahn im BILD-Kandidatencheck: Ihre Fragen an den Kandidaten

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Friedrich Merz dagegen bemüht sich, seine Distanz zu Angela Merkel ein wenig zu verringern.

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Mit der CDU müsse "Lösungskompetenz" verbunden werden. "Und vor allem steht er auch für Reformen, Wirtschaftsreformen, die er immer anstoßen möchte und das haben wir ja die letzten Jahre mehr als nur stief-mütterlich behandelt".

Die meisten Hamburger CDU-Delegierten haben sich schon vor den abschließenden Bewerberreden auf dem CDU-Bundesparteitag, der am Freitag in Hamburg beginnt festgelegt, für welchen der drei Topkandidaten sie stimmen werden. So hatte Kramp-Karrenbauer die Äußerungen bereits scharf zurückgewiesen. Sie werde weiterhin eigenständig aber eng und vertrauensvoll mit Merkel zusammenarbeiten. Es sind die 1001 Delegierten auf dem Parteitag in Hamburg.

Spahn, der bei Beobachtern als abgeschlagen gilt, versuchte durch eine schärfere Tonalität nach vorne zu kommen. Konkret heißt das, sie will CDU-Vorsitzende und 2021 Kanzlerin werden. Ist das die Langfrist-Planung des 38-jährigen Gesundheitsministers? Merkel sei gewählt, die Union habe einen Koalitionsvertrag mit der SPD abgeschlossen. Das gilt auch für den neuen ARD-"Deutschlandtrend", wonach sich 48 Prozent der befragten CDU-Anhänger für Kramp-Karrenbauer entscheiden würden, 35 Prozent für Merz und nur 2 Prozent für Spahn.

Mit 48 Prozent Rückhalt in der jüngsten Umfrage unter CDU-Anhängern ist Kramp-Karrenbauer in den Abend gegangen, 35 Prozent würden Merz wählen, nur zwei Prozent Spahn. Vergangenen Sonntag dann ein Kramp-Karrenbauer-Interview in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter der Überschrift "Merz ist naiv".

Auch bei einem anderen Thema unterstrich Merz seine Position. Nach CDU-Angaben haben sich rund 900 Menschen für den Parteitag angemeldet, darunter mehr als 230 Delegierte. Das müsse so bleiben, fordert sie und appelliert an ihre Mitstreiter: Es sei "die höchstpersönliche Verantwortung" aller Kandidaten, dafür zu sorgen, dass ihr Unterstützerkreis weiter in der Partei bleibe und mitgestalte. Natürlich gehöre es dazu, auch "den SPDlern oder den Grünen mal einen einzuschenken", sagte sie: "Aber eine wirklich gute und große und attraktive Partei sind wir nur dann, wenn wir Begeisterungsstürme auslösen für unsere eigenen Ideen". Und insbesondere die Kandidatur von Merz dürfte das Schaulaufen des Trios für die Basis spannend gemacht haben.

Eine Woche vor der entscheidenden Wahl gibt es in Nordrhein-Westfalen einen ersten Zwischenstand. Vielleicht wird es ab dem Wochenende verbissener.

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