Trotz starker Differenzen: G20-Staaten einigen sich auf Gipfelerklärung

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► Der russische Präsident Wladimir Putin ehrte ihn am Freitag bei der ersten Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs führender Wirtschaftsmächte sogar mit einem kumpelhaften Handschlag und lachte laut mit dem Prinzen. Merkel musste zunächst von ihrem Wirtschaftsberater Lars-Hendrik Röller vertreten werden.

Am Donnerstagabend war bald nach dem Start des Regierungsflugzeugs von Berlin Richtung Buenos Aires das Funksystem ausgefallen. Ein klares Bekenntnis gegen Protektionismus kam hingegen nicht zustande. "Das wird heute sehr schnell gehen", sagte Bullrich. Rund 22.000 Polizisten seien im Einsatz, dazu rund 3.000 Soldaten. Weite Teile des Zentrums sind hermetisch abgeriegelt worden.

Angesichts des politischen Kurses von US-Präsident Donald Trump wird dies von Diplomaten schon als Erfolg gewertet. Die Straßen der drei Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt wirkten am Vormittag wie leer gefegt. Nach den heftigen Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg im vergangenen Jahr hatten sich die argentinischen Sicherheitskräfte auf das Schlimmste vorbereitet.

Zum zehnjährigen Jubiläum der G-20-Gipfel auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs gibt es soviel Zündstoff wie selten.

Um die Lage zu deeskalieren, habe sie mit Präsident Putin diplomatische Beratungen im Vierer-Format zur Ukraine-Krise vereinbart. Damit kommt es umso mehr auf Merkel an, die am Samstag mit Putin zu einem Arbeitsfrühstück zusammenkommt. Die ukrainischen Schiffe und 24 Matrosen wurden in russischen Gewahrsam genommen. Es mehren sich die Anzeichen, dass sich der Handelskrieg zwischen beiden größten Volkswirtschaften beruhigen könnte. Es wurde für möglich gehalten, dass er Mitte Dezember nach Washington reist, um die Verhandlungen zur Lösung der Spannungen fortzusetzen. Er hat Sonderabgaben auf die Hälfte der Importe aus China verhängt, während Peking Gegenmaßnahmen ergriffen hat.

Merkel machte bei dem Gespräch mit Putin den Standpunkt des Westens deutlich und pochte auf freie Schifffahrt in der Meerenge von Kertsch. Sollte Trump Strafzölle gegen Autobauer aus Europa verhängen, würden die das Autoland Deutschland besonders treffen.

Selbst dürfte der Kanzlerin kaum zum Feiern zumute gewesen sein. Der Termin sei aber von US-Seite noch nicht bestätigt.

Unter besonderer Beobachtung stand der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman.

Und auch die Affäre um den Mord an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi.

So waren inmitten von vielen Männern nur zwei Frauen zu sehen: Großbritanniens Premierministerin Theresa May und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Trump lobte Merkel als eine "Freundin" und sagte, er habe eine "großartige Beziehung" zu ihr. In Buenos Aires war bis zuletzt die Sorge groß, dass eine gemeinsame Erklärung des Gipfels etwa am Streitthema Klima scheitern könnte.

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