Was weiß der saudische Kronprinz — CIA-Dokumente

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Prinz Mohammed habe seinen Partnern zudem bereits im August vergangenen Jahres gesagt, sollte es ihm nicht gelingen, Khashoggi von einer Rückkehr nach Saudi-Arabien zu überzeugen, "könnten wir ihn vielleicht außerhalb Saudi-Arabiens locken und Maßnahmen treffen".

Die US-Geheimdienste würden über keine Beweise verfügen, die den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi (im Bild) verantwortlich machen würden.

Der im Exil lebende saudische Regimekritiker Khashoggi wurde Anfang Oktober im Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul umgebracht, in dem er Dokumente für seine Hochzeit abholen wollte. Er habe alle Geheimdienstinformationen gelesen, die im Besitz der US-Regierung sind, sagte Pompeo bei CNN. Es gebe keinen direkten Beweis, der den Kronprinzen mit dem Mord an Jamal Khashoggi verbinde. US-Präsident Donald Trump hatte deutlich gemacht, dass eine Mitwisserschaft möglich sei, er deswegen aber nicht die Partnerschaft und Geschäfte mit Saudi-Arabien unter anderem im Rüstungsbereich aufs Spiel setzen wolle.

Unterkühlt fiel auch der Empfang durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus, der erneut eine Auslieferung der Verdächtigen im Fall Khashoggi forderte und Prinz Mohammed erstmals direkt kritisierte. Beide sprachen den Thronfolger nach eigenen Angaben auf Khashoggi und die von Saudi-Arabien angeführte Militäroffensive im Jemen an. "Wir haben sie (Anm. die saudischen Behörden) gebeten, uns die Beschuldigten zu nennen, weil die Straftat in Istanbul geschah".

Von den Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel wurde Kronprinz Mohammed freundlich begrüßt. Auf die Frage, ob der US-Auslandsgeheimdienst CIA zu dem Schluss gekommen sei, dass Kronprinz Mohammed wahrscheinlich in den Mord involviert gewesen sei, sagte Pompeo: "Ich kann Geheimdienstangelegenheiten oder CIA-Schlussfolgerungen nicht kommentieren". Das gehe aus Dokumenten des US-Geheimdienstes CIA hervor, berichtete das 'Wall Street Journal' am Samstag. Es fehlten aber direkte Belege, dass der Kronprinz einen Befehl erteilt habe. Der Inhalt der Nachrichten sei allerdings nicht bekannt, hieß es unter Berufung auf die CIA-Dokumente. Konkret gehe es um mindestens elf Nachrichten, die er in den Stunden vor und nach dem Mord an seinen persönlichen Berater Saud al-Kahtani geschickt habe.

In dem zitierten CIA-Bericht finden sich weitere bislang nicht bekannte Erkenntnisse. Die Nachrichten seien in elektronischer Form verschickt worden. Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung erst viel später den Tod des "Washington Post"-Kolumnisten zu".

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