Ballon d'Or: Sexismus-Debatte nach Hegerbergs Auszeichnung

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Bei den Männer gewann der Kroate Luka Modric den Ballon d'Or gewonnen. Zumindest der französische Musiker und DJ Martin Solveig, einer der Moderatoren der Gala, hielt es für eine lustige Idee, die 23-Jährige zum "twerken" aufzufordern.

"Es gibt Menschen, die Ada Hegerberg schätzen, und dann gibt es Martin Solveig, der alles zerstört". Im Oxford English Dictionary taucht der Begriff als etwas auf, das sich mit "Tanz zu Popmusik in sexuell provozierender Weise mit stoßenden Hüftbewegungen und einer tiefen, hockenden Haltung" übersetzen lässt. Von einer "absoluten Respektlosigkeit" ist ebenfalls zu lesen. Ein US-Sportjournalist kommentiert den Spruch mit "Absoluter Müll".

Ein Beispiel für Sexismus im Fußball dürfte der gestrige Abend gewesen sein. Schließlich habe sich Solveig bei ihr entschuldigt.

Dass man einerseits glaubt, man könne mit seiner Spontanität das Ding schon irgendwie schaukeln, beziehungsweise der Überzeugung ist, man müsse das Ding mit dem einen oder anderen Witz auflockern. "Ada Hegerberg ist eine fantastische Sportlerin, wie kann man nur?" "Es war ein Witz, vielleicht ein schlechter Witz".

So aber funktioniert nicht mal Solveigs Entschuldigung wie eine: Er habe niemanden beleidigen wollen, sagte er in einem Video und verwies auf seine schlechten Englischkenntnisse.

Später postete Solveig ein gemeinsames Bild bei Twitter, unter dem er erklärte: "Ich habe Ada Hegerberg den Scherz erklärt und sie meinte, sie hat ihn verstanden".

Hegerberg selbst beschwichtigte. "Ich habe es gar nicht so empfunden, und es macht mich traurig, wenn die Leute so über diese Situation denken", sagte sie nach der Show: "Er hat sich bei mir entschuldigt".

Der Ballon d'Or wurde von einer Jury vergeben, die aus je einem Sportjournalisten aus den Ländern der 53 Mitgliedsverbände der Uefa besteht sowie aus 53 Juroren aus den Ländern derjenigen aussereuropäischen Verbände, die an mindestens einer WM teilgenommen haben.

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