Umfrage: Kramp-Karrenbauer ist beliebter als Merz

Einstellen Kommentar Drucken

Das Podium in Bremen. "Wenn die CDU bei künftigen Wahlkämpfen ihre Erfolgsaussichten wahren oder verbessern will, kommt sie an Kramp-Karrenbauer als neuer Parteichefin kaum vorbei", sagte er.

Der Ausgang des Rennens um den CDU-Vorsitz wird nach Einschätzung des Duisburger Politikwissenschaftlers Karl-Rudolf Korte von der Tagesform der drei aussichtsreichen Kandidaten beim Bundespartaitag am kommenden Wochenende in Hamburg abhängig sein.

Als Kandidaten nominiert sind bislang Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn. Er sprach sich zudem für eine feste Verankerung Deutschlands in der EU aus. Sie will aber bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 Kanzlerin bleiben. "Das nötigt mir höchsten Respekt ab", sagte der CDU-Politiker.

Kein Geheimnis ist es, dass Parteigrößen aus Baden-Württemberg maßgeblich daran beteiligt waren, Merz hinter den Kulissen von einer Kandidatur auf dem Parteitag zu überzeugen. "Wir müssen wieder lernen, miteinander zu streiten". Die rund 1000 Parteimitglieder quittierten das mit reichlich Applaus. Seine Vision von Deutschland im Jahr 2040 beinhalte auch ein Nein zu Rassismus, ein Nein zu Homophobie und ein Ja zu Gleichberechtigung und zum Respekt vor dem Recht. Auch künftige Generationen sollten sagen können, dass es ihnen besser gehe als den Eltern. Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin/ihren Kanzler direkt wählen könnten, hätte Kramp-Karrenbauer die weitaus größeren Chancen - egal, ob die SPD Andrea Nahles oder Olaf Scholz aufbieten würde. Außerdem verweist sie immer darauf, dass sie Wahlen gewonnen hat, anders als die anderen beiden Konkurrenten, und zwar mit Wahlergebnissen, auch über den gewünschten 40 Prozent. Eine Doppelspitze ausgerechnet analog zu den Grünen wird mitunter gewünscht oder die enge Einbindung der Unterlegenen in Parteiführung oder Kabinett. Was auch daran lag, dass die drei bereits eine Reihe von Regionalkonferenzen absolviert hatten, am Vortag erst in Düsseldorf. Mit Merz oder Spahn als CDU-Chef dürfte diese Zeit kürzer ausfallen als mit Kramp-Karrenbauer. Aber auch gegen die amtierende Bundesregierung.

Bei der Wahl der neuen CDU-Führung auf dem Parteitag in Hamburg darf es aus Sicht von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet keine Verlierer unter den drei Bewerbern geben.

Gesundheitsminister Spahn sagte: "Ich persönlich wäre tendenziell eher dafür, ein solches Gesellschaftsjahr verpflichtend einzuführen". Merz erinnerte an den massiven Eingriff, den ein Pflichtdienst ins Leben junger Menschen bedeuten würde. Zu den Fürsprechern von Kramp-Karrenbauer zählen auch der frühere Innenminister Thomas de Maizière und Ex-Bildungsministerin Annette Schavan. Altersvorsorge über Aktien sollte nach seiner Auffassung steuerlich begünstigt werden.

Auch zum Thema Landwirtschaft und ländlicher Raum äußerten sich die Kandidaten. Kramp-Karrenbauer habe auch deutlich gemacht, dass sie Veränderungen wolle, sagte Günther. "5G gehört an jede Milchkanne". Großen Applaus gab es für Merz auch, als er den Nachholbedarf bei der Digitalisierung ansprach. Alles das was euch gestört hat kann sich jetzt ändern.

Kramp-Karrenbauer: Die 56-jährige Saarländerin nutzt ihre Nähe zu Merkel, um sich deren Anhängerschaft in der Partei zu sichern, und grenzt sich zugleich in der Migrationspolitik von ihr ab. Mehrfach fallen diese Begriffe im Berliner Hotel "Estrel".

Comments