Beschleunigte Umstrukturierung : Bei VW droht weiterer Stellenabbau

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Das Renditeziel von mindestens sechs Prozent wird um drei Jahre auf 2022 vorgezogen. Elf Milliarden davon fließen in die Marke VW, neun allein in Elektroautos. Volkswagen hat sich im Zuge des vor einigen Jahren mit der Arbeitnehmervertretung geschlossenen Zukunftspakts bereits vorgenommen, die Kosten bis 2020 um drei Milliarden Euro zu senken. Bis 2025 sollen es 20 werden, von denen VW pro Jahr rund eine Million verkaufen will. Davon sollen bis Ende 2018 gut 2,2 Milliarden Euro realisiert sein. Das will VW vor allem über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit erreichen. Gleichzeitig bauen die Wolfsburger 9000 Stellen in der Elektromobilität auf.

Den weiteren Personalabbau bezifferte VW nicht.

Mit dem Betriebsrat seien darüber Gespräche aufgenommen worden, sagte er.

Um die Kosten zu senken, will der Autobauer sein Baukastensystem, durch das er schon Milliarden eingespart hat, auf weitere Fahrzeuge ausweiten. VW will das Modellportfolio straffen und die Variantenzahl reduzieren. So seien die Werke aufgefordert, ihre Produktivität um durchschnittlich 30 Prozent zu steigern, der Vertrieb solle schlanker aufgestellt, die Anzahl der verschiedenen Modellvarianten verkleinert und Personal in der Verwaltung abgebaut werden, sagte Marken-Finanzvorstand Arno Antlitz in Wolfsburg. Ein Viertel der Motoren und Getriebe soll aus dem Katalog fallen. Zudem kündigte Volkswagen an, dass die Marke in Europa im kommenden Modelljahr 25 Prozent der Motorgetriebevarianten streichen will. Betroffen seien die von den Kunden weniger nachgefragten Modelle. Weitere Kostenvorteile erwartet VW durch den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB), auf dem ab 2019 die neuen E-Autos der I.D. "Wir müssen unser Transformationstempo erhöhen: effizienter und agiler werden", sagte Ralf Brandstätter, der als "Chief Operating Officer" das Tagesgeschäft der Marke leitet. In Deutschland werden die Standorte in Zwickau, Emden und Hannover auf den Bau von Elektroautos umgerüstet. In China entstehen mit Anting und Foshan zwei E-Werke und in den USA sucht Volkswagen noch einen Standort.

Um die neuen Zielvorgaben bei der Rendite einzuhalten und zugleich die enormen Investitionen in die Elektromobilität stemmen zu können, soll die Marke Volkswagen die Kosten in den nächsten Jahren um weitere drei Milliarden Euro senken, wie Antlitz erklärte. Das ist ein Drittel der Gesamtausgaben für den auf fünf Jahre angelegten Planungszeitraum, den der Aufsichtsrat kürzlich beschlossen hatte.

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