"Fehler" bei Facebook: Apps mit Zugang auf Fotos!

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Eigentlich bemüht sich Facebook gerade um ein besseres Image.

In diesem Fall hatten die App-Entwickler jedoch nicht nur Zugriff auf Fotos, die mit Facebook-Kontakten auf der Timeline geteilt wurden - sondern auch auf Fotos, die Nutzer gar nicht gepostet haben. September 2018 jedoch war das anders: Facebook zufolge sorgte ein mittlerweile beseitigter technischer Fehler dafür, dass Apps potenziell auch auf für andere Zwecke eingesetzte oder gespeicherte Facebook-Fotos Zugriff hatten. Das Datenleck war durch Apps möglich, denen Nutzer Zugriff auf bereits gepostete Fotos auf der Timeline ermöglichte. Dazu gehörten auch Bilder, die Nutzer zwar auf Facebook-Server hochgeladen, aber nicht gepostet haben, teilte Facebook mit. Außerdem betroffen waren Fotos aus der Handelsplattform Marketplace sowie den Facebook Stories, in denen Nutzer Bilder und Videos für einen Tag für ihre Freunde veröffentlichen können. "Wenn zum Beispiel jemand ein Foto auf Facebook hochlädt, aber die Veröffentlichung noch nicht zu Ende gebracht hat - vielleicht weil er den Empfang verloren hat oder in ein Meeting gegangen ist - speichern wir eine Kopie dieses Fotos", schreibt Facebook dazu, "damit die Person es hat, wenn sie die App wieder aufmacht, um ihren Beitrag abzuschließen". Die Anzahl der betroffenen Nutzer geht wieder in die Millionen, ist aber mit 6,8 Millionen niedriger als bei vorigen Datenlecks.

Die Lücke bestand laut Facebook vom 13. bis zum 25. September. Zu weit gehenden Zugriff auf Bilder könnten demnach bis zu 1500 Apps von 876 Anbietern gehabt haben. Zudem hätten in den jeweiligen Fällen grundsätzlich immer auch die Nutzer selbst den Apps den Zugriff auf die Daten erlaubt.

Facebook
Nutzer sollen sich über das Datenleck informieren können

Nach Angaben von Facebook sollen die betroffenen Nutzer informiert und dann an ein Hilfecenter weitergeleitet werden.

Unter den Betroffenen sind auch Nutzer aus der Europäischen Union, erklärte Facebook - ohne jedoch Zahlen zu nennen. Die Behörden seien aber gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung fristgerecht unterrichtet worden, sagte ein Sprecher. Bei Verstößen können hohe Strafen verhängt werden. Im Frühjahr war ans Licht gekommen, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern des Netzwerks bei der britischen Firma Cambridge Analytica landeten und von dieser 2016 unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt wurden. Weltweit sind seither Rufe laut geworden, das weltgrößte Online-Netzwerk, zu dem auch Whatsapp und Instagram gehören, stärker zu regulieren.

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