Schweigegeld-Affäre - Ex-Anwalt Cohen belastet Trump schwer

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Zu dem Termin wurde er von seiner Familie begleitet. Und auch keine Reaktion auf das Urteil. Nach dem Urteil gegen seinen Ex-Anwalt schrieb er auf Twitter: "Ich habe Michael Cohen nie angewiesen, gegen das Gesetz zu verstoßen". Cohen, über ein Jahrzehnt einer der engsten Vertrauten Trumps, kooperiert mit Mueller. Nichts bei der Trump Organization sei jemals erfolgt, "ohne dass es über Herrn Trump lief", sagte Cohen.

Ein Bundesgericht in New York verurteilte Cohen am Mittwoch unter anderem wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, Steuerbetrugs und wissentlicher Falschaussagen gegenüber dem US-Kongress.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Was wusste Trump, zum Beispiel über das Schweigegeld an zwei Frauen, mit denen er Affären gehabt haben soll?

Moskau hat Anschuldigungen dieser Art wiederholt entschieden zurückgewiesen.

Von Cohen zur Verfügung gestellte Tonbandmitschnitte lassen darauf schliessen, dass das Geld von Trump über Cohen an den Verlag rückerstattet wurde. Aber in diesen letzten Wochen des Jahres haben die juristischen Auseinandersetzungen noch einmal an Dramatik zugenommen. Dabei geht es vor allem um den Verdacht einer möglichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, dem der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller seit anderthalb Jahren nachgeht. Gemäss den Bundesanwälten ging es "in Absprache" mit Trumps Wahlkampfteam darum, die Geschichte unter Verschluss zu halten. Cohen habe seine Geständnisse lediglich gemacht, um eine stark reduzierte Haftstrafe zu erhalten.

Unmittelbar vor der Verkündung des Strafmaßes kündigte der Ex-Anwalt seine Bereitschaft an, weiter mit Ermittlern zusammenzuarbeiten.

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Michael Cohen wurde zu drei Jahren Gefängnisstrafe verurteilt

Cohen äusserte sich bei der Anhörung am Mittwoch selber vor Gericht.

Vor Gericht erklärte Cohen, aus "blinder Loyalität" zu Trump gehandelt zu haben und aus dem Pflichtgefühl heraus die "schmutzigen Taten" des jetzigen Präsidenten zu vertuschen.

US-Präsident Donald Trump gerät immer weiter unter Druck - nicht nur in den Russland-Ermittlungen. Michael Cohen hat Straftaten eingeräumt und zugegeben, den Kongress in dessen Russland-Ermittlungen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauprojekt Trumps in Moskau angelogen zu haben.

Stimmt das, wäre Trump mindestens Mitwisser in Bezug auf die illegalen Wahlkampfspenden. Die Anklage ist außerdem überzeugt: "Cohen handelte in der Absicht, die Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen". Trump weist das zurück und spricht von einer "Hexenjagd".

Solange Trump Präsident ist, muss er sich hauptsächlich um die politische Folgen dieser Affäre Sorgen machen. Trump wiederum hatte für Cohen eine "volle und komplette Strafe" verlangt - und sich damit einmal mehr in grenzüberschreitender Weise in die Arbeit der Justizbehörden einzumischen versucht. Es ist umstritten, ob die Verfassung eine strafrechtliche Anklage gegen einen amtierenden Präsidenten überhaupt zulässt.

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