Ärzte sollen auch am Wochenende Sprechstunde haben, fordern Krankenkassen

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Die Kassen sehen einigen Spielraum bei den Öffnungszeiten - und lösen damit heftige Reaktionen aus. "Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte", sagte der Vize-Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, der Deutschen Presse-Agentur. Generell seien die Sprechzeiten zu patientenunfreundlich, kritisieren die gesetzlichen Krankenkassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wies die Aufforderung als "dreist und frech" zurück.

Die viele Arbeit außerhalb der traditionellen Kernzeiten dürfe nicht an wenigen Ärzten hängenbleiben, die etwa schon samstags da seien. Das würde er am Mittwoch- oder Freitagnachmittag erledigen - neben 37 Stunden Sprechzeiten pro Woche, die bis in die Abendstunden reichen.

Nur 20 Prozent der Praxen hätten mittwochs zwischen 14 und 17 Uhr Sprechstunden, freitags weniger als 20 Prozent.

Die Folge aus Sicht von GKV-Chef Stackelberg: "Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen". Das ergab eine Befragung des Instituts Forsa unter 1400 niedergelassenen Hausärzten, Kinderärzten sowie Augenärzten, Orthopäden, Gynäkologen und HNO-Ärzten. Zwischen 19 und 20 Uhr habe nur jede zehnte Praxis geöffnet, sagte von Stackelberg. Außerdem mahnte er Ärzte, die nur die Mindestzahl von 20 Sprechstunden anbieten. Für private Zusatzgeschäfte müssten zusätzliche Termine angeboten werden. Manchmal gebe es nur auf dem Papier genug Ärzte - etwa wenn Augenärzte operieren und so für einfache Erkrankungen oder Routineuntersuchungen keine Zeit haben. Er hofft, dass seine Patienten Verständnis dafür haben, dass er nicht am Wochenende arbeitet. Sie leisteten häufig viel mehr Sprechstunden als sie müssten. Vereinbart sind mit dem Spitzenverband der Kassen mindestens 20 Wochenstunden.

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