Katalanische Separatisten - 60 Verletzte bei gewalttätigen Protesten in Barcelona

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Die Sitzung des spanisches Kabinetts in Barcelona sollte eine Geste der Versöhnung sein.

Auch mehrere Zufahrtsstraßen nach Barcelona und einige Hauptverkehrsstraßen in der katalanischen Hauptstadt wurden von Demonstrierenden blockiert.

Eine Kabinettssitzung der spanischen Zentralregierung in Barcelona hat für teilweise gewalttätige Proteste von Unabhängigkeitsbefürwortern in der katalanischen Hauptstadt gesorgt. Doch in der Regionalhauptstadt stiess er damit auf breite Ablehnung. Viele militante Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien sehen darin eine Provokation des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez.

Bereits am Vormittag kam es zweimal in Folge zu Zusammenstössen zwischen rund 200 Demonstranten und der katalanischen Polizeieinheit Mossos d'Esquadra. Ein Demonstrant sei bereits vor den Kundgebungen festgenommen worden. In der Nähe des Tagungsorts der Ministerrunde versammelten sich später Tausende Demonstranten zu friedlichen Protesten. Sie forderten auf Spruchbändern ein Ende der spanischen "Besatzung". "Es ist eine Provokation, sie sind gekommen, um uns zu provozieren", sagte der 45-jährige Demonstrant Carles Serra. Für den Abend riefen mehrere Gruppen zu einer weiteren Grosskundgebung im Zentrum von Barcelona auf. Inmitten der Menge wurden mit riesigen Buchstaben die Worte "Freiheit" und "Frieden" gebildet. Sie riefen neben den Straßenblockaden auch zu Demonstrationen auf.

Die katalanische Regierungssprecherin Elsa Artadi äusserte hingegen ihr Unverständnis über die Verlegung der Kabinettssitzung nach Barcelona, da keine wichtigen Beschlüsse gefasst worden seien.

Am Donnerstagabend war Sánchez in Barcelona mit dem katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra zusammengekommen. Sie seien entschlossen, einen "effektiven Dialog" zu führen und einen Ausweg aus der Krise zu finden, kündigten Sánchez und Torra in einer gemeinsamen Erklärung an. Diese dauert seit der Unabhängigkeitserklärung Kataloniens 2017 an. 18 Politiker und Aktivisten werden unter anderem der Rebellion, des Aufruhrs und der Unterschlagung beschuldigt und müssen sich in den nächsten Wochen und Monaten bei drohenden Haftstrafen von bis zu 25 Jahren vor Gericht verantworten.

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