Nach Vulkanausbruch - Mindestens 168 Tote bei Tsunami-Katastrophe in Indonesien

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Das Epizentrum des Bebens lag in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra (oben) und Java (unten). "Die Nachrichten und Bilder aus Indonesien sind bestürzend". Die Flutwellen brachen über die Küstenregionen und Touristenstrände an der Straße von Sunda zwischen den Inseln Sumatra und Java herein. Die Behörde rechnet damit, dass die Zahlen noch steigen. Dem Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lägen derzeit keine Informationen über allfällige Schweizer Opfer vor, teilte EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger am Sonntag der Agentur Keystone-SDA mit.

Rettungskräfte durchkämmten am Sonntag weiter die Schuttberge nach Überlebenden.

Erst Ende September waren bei einem Erdbeben und einem sich anschließenden Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2.000 Menschen ums Leben gekommen. Das sei der Fall, wenn die Infrastruktur in der Region und viele Gebäude zerstört seien. Die Zahl der Verletzten stieg von 745 auf 843.

Indonesiens Präsident Joko Widodo äußerte sein Mitgefühl und mahnte die Behörden zu schneller Hilfe. Es zeigt angeblich die Band Seventeen bei einem Konzert am Tanjung Lesung Beach in Banten in den Sekunden, bevor die riesige Welle die Band von hinten trifft und weiter in die Zuschauermenge rast.

Noch schlimmere Folgen hatte der Tsunami vom 26. Dezember 2004, der neben Indonesien zwölf weitere Länder im Indischen Ozean traf.

Zahlreiche Häuser wurden durch den Tsunami völlig zerstört. Betroffen sind kurz vor Weihnachten auch beliebte Urlaubsstrände.

Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen Sumatra und Java. Dadurch kommt es in Indonesien besonders häufig zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Erdrutschen, die Tsunamis auslösen.

Die Sundastrasse ist eine Meerenge.

"Diese Kombination könnte einen plötzlichen Tsunami ausgelöst haben", sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho.

Einige der am heftigsten getroffenen Gegenden befinden sich in Banten, wo es viele Strandunterkünfte für Touristen gibt. Angesichts der Feriensaison dürfte dort Hochbetrieb geherrscht haben. Andernorts entwurzelte der Tsunami Bäume und hinterließ eine Spur aus Trümmern.

Er berichtete auf Twitter außerdem, dass mindestens 430 Häuser, neun Hotelanlagen, zehn Schiffe und Dutzende Autos beschädigt wurden und verbreitete Videoaufnahmen der Zerstörungen.

Ein Augenzeuge sagte der indonesischen Nachrichtenagentur Antara News und der Zeitung "Jakarta Post", er habe gesehen, wie die Tsunamiwelle Hunderte Menschen mit sich riss.

Der Anak Krakatau (Kind des Krakatau) ist eine Vulkan-Insel, die nach dem verheerenden Ausbruchs des Vorgänger-Vulkans Krakatau im Jahr 1883 entstand, bei dem in der Region durch mehrere Tsunamis mehr als 36.000 Menschen getötet wurden. Mehr als 2200 Menschen kamen ums Leben, Tausende wurden verletzt.

Indonesien liegt am Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe. Erdbeben und auch Vulkanausbrüche sind dort keine Seltenheit. Alleine hier starben nach Angaben von Nugroho 126 Menschen.

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