Astronaut Gerst: "Bin noch in der Muskelkaterphase"

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In Köln muss Alexander Gerst nach Angaben des Europäischen Astronautenzentrums ein Training zum Zweck der Regenerierung und Rehabilitation absolvieren und kann ansonsten Weihnachten mit seiner Familie verbringen. Bevor die Verbindungsluken geschlossen wurden, winkten die drei Astronauten ihren auf der ISS verbleibenden Kollegen noch einmal zu. Nein, erklärte ihm Alexander Gerst, weil es Brokkoli auf der Raumstation gebe, er habe seit seiner Rückkehr viel Salat gegessen. Traditionell wurde den Raumfahrern ein Apfel gereicht, so auch an der Landestelle südöstlich der Stadt Scheskasgan. Tausende Experimente hat es insgesamt schon an Bord der ISS gegeben, an einigen Dutzend hat Gerst teilgenommen.

Nach ärztlicher Untersuchung sei die Besatzung der Sojus-Kapsel "MC-9" mit einem Hubschrauber nach Karaganda in Kasachstan geflogen, schrieb Dmitri Rogosin, Leiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos, am Donnerstag auf Twitter.

Temperaturen von etwa minus zehn Grad warteten auf die Raumfahrer.

Die Landung von Gerst auf der Erde
Die Landung von Gerst auf der Erde

Die US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor (l-r), Alexander Gerst und der Russe Sergej Prokopjew bereiten sich darauf vor, von der ISS in die Sojus-Raumkapsel umzusteigen.

Wegen seines Langzeitaufenthalts auf der ISS habe er keine Weihnachtsgeschenke besorgen können, "aber mir ist versichert worden, darauf kommt es dieses Jahr auch nicht an", sagte der 42-Jährige. Anfang Oktober übernahm er dabei als erster Deutscher das Kommando auf der Raumstation. Am Dienstag übergab er es an seinen russischen Kollegen Oleg Kononenko. "Das Blut sackt in die Beine und fehlt eventuell im Gehirn", erläutert die Weltraummedizinerin Claudia Stern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gegenüber der dpa. Am Donnerstag, den 20.12.2018, kehrt "Astro-Alex" nun zurück zur Erde. Nun seien aber "erstmal wieder andere dran", fügte Gerst hinzu.

Wie feiert Alexander Gerst Weihnachten nach der Rückkehr aus dem Weltall? Die beiden Raumfahrer Alexej Owtschinin und Nick Hague überlebten eine Havarie während des Starts dank funktionierender Notlande-Systeme. Die speziellen Proteinkristalle, die er gezüchtet hat, haben sie mit auf die Erde zurückgebracht in der Hoffnung, dass so vielleicht ein Gegenmittel gegen Parkinson gefunden werden kann. Im raumfahrtmedizinischen Forschungszentrum des DLR in Köln wird er in den nächsten rund zwei Wochen gezielt Übungen zum Muskelaufbau und zur Wiedereingewöhnung des Gleichgewichtssinns an die irdische Schwerkraft absolvieren. Das mysteriöse Loch wurde mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet. Experten hoffen, damit endlich die Ursache klären zu können.

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