Kabul: Angriff auf mehrere Regierungsgebäude in der afghanischen Hauptstadt

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Zu Beginn des Angriffs am Montag ließ ein Attentäter sein Auto vor dem mehrgeschossigen Gebäude in einem östlichen Viertel von Kabul explodieren, wie Innenministeriumssprecher Nadschib Danisch sagte.

Vor dem Ministerium für öffentliches Bauwesen war eine Autobombe detoniert. Weitere 16 Zivilisten und ein Polizist seien verwundet. Danach stürmte laut Rahimi eine unbekannte Anzahl von Angreifern ein nahe gelegenes Gebäude des Sozialministeriums. Mittlerweile seien zwei der drei angegriffenen Gebäude gesichert, sagte Rahimi. Ob sich noch Angreifer in den Gebäuden aufhielten, war unklar. Regierungsmitarbeiter rannten um ihr Leben, einige sprangen aus Fenstern, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Gebiet im Osten Kabuls ist weitläufig abgesperrt. Er habe intensive Feuergefechte gehört. Menschen, die offensichtlich in den Regierungsgebäuden festsaßen, riefen über Facebook um Hilfe: "Sie töten alle. Es gibt kein sicheres Versteck", schrieb ein Nutzer. Es handelt sich um den 22. grosse Anschlag in der afghanischen Hauptstadt in diesem Jahr.

Bisher hat sich keine Organisation zu dem Anschlag bekannt. Mehr als 350 Menschen konnten schließlich befreit werden. Den Großteil dieser Anschläge hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamiert. Die Sicherheitslage hatte sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Erst am Sonntag wurden in Afghanistan der Verteidigungs- und Innenminister ausgetauscht. Weitere 30 Prozent sind umkämpft.

Asadullah Chalid und Amrullah Saleh, die das Verteidigungs- und Innenressort bis zu ihrer Bestätigung im Parlament geschäftsführend übernehmen, gelten als Anti-Taliban-Hardliner. Beide leiteten in der Vergangenheit bereits den Geheimdienst NDS. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani teilte mit, "Terroristen" würden zivile Ziele angreifen, "um ihre Niederlage auf dem Schlachtfeld zu verbergen". Die radikalislamischen Taliban setzen den Sicherheitskräften der Regierung stark zu, Militärkreisen zufolge sterben im Durchschnitt täglich 35 Soldaten und Polizisten in Gefechten und Anschlägen.

US-Präsident Donald Trump hatte vor kurzem den Rückzug der Hälfte der 14 000 US-Soldaten aus Afghanistan bekanntgegeben. Die bisher unbestätigten Informationen hatten für Unruhe bei der afghanischen Regierung, der Bevölkerung und bei den NATO-Bündnispartnern gesorgt. Dazu gab es jüngst mehrere Gespräche zwischen den USA und Vertretern der Taliban.

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