Papst Franziskus zu Weihnachten: "Der Mensch ist gierig und unersättlich"

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Papst Franziskus hat an Heiligabend Masslosigkeit kritisiert und zu Nächstenliebe aufgerufen.

"Der Mensch ist gierig und unersättlich geworden", sagte er vor Tausenden Gläubigen im Petersdom in Rom.

"Eine unersättliche Gier durchzieht die menschliche Geschichte, bis zu den Paradoxa von heute: Während einige sich Festmahlen hingeben, haben viele andere kein Brot zum Leben", fuhr Papst Franziskus fort.

Die Weihnachtsgeschichte gebe zu verstehen, dass nicht der Besitz, die Gier oder der Überfluss essenziell für das Leben seien, sondern die Nächstenliebe. "Besitztum, sich mit Gegenständen zu füllen, scheint vielen Menschen der Lebenssinn zu sein", so der Papst. Franziskus appellierte an die Gläubigen, sich zu fragen: "Schaffe ich es, auf viele überflüssige Nebensächlichkeiten zu verzichten, um ein einfacheres Leben zu wählen?" Aus Sicht vieler verkörpert der Argentinier selbst die Einfachheit, die er fordert, so verzichtete er als Papst auf einige Privilegien. Er ist ausserdem für seinen Einsatz für Arme und Ausgegrenzte bekannt. Im vergangenen Jahr hatte Franziskus an Heiligabend zu Mitgefühl für Verfolgte aufgerufen. "Unsere Verschiedenheit schadet uns (.) nicht, sie bedeutet keine Gefahr; sie ist vielmehr ein Reichtum", sagte er am Dienstag von der Loggia des Petersdoms aus, vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. In seiner Weihnachtsbotschaft äußerte das Katholikenoberhaupt die Hoffnung auf Dialog und Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, auf eine politische Lösung in Syrien und auf Waffenruhe im Jemen.

Franziskus sprach auch die Konflikte zwischen Nord- und Südkorea, Venezuela, Nicaragua und in der Ukraine an. Er rief außerdem dazu auf, den Weg der Annäherung auf der koreanischen Halbinsel fortzusetzen.

Am Dienstag spendet der Papst den traditionellen "Urbi et Orbi"-Segen".

Die Weihnachtsfeierlichkeiten begannen auch im Heiligen Land: Zahlreiche Gläubige versammelten sich auf dem zentralen Krippenplatz in Bethlehem, um die traditionelle Weihnachtsprozession aus Jerusalemzu empfangen. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Thema Habgier. An der Geburtskirche in Bethlehem kam Pizzaballa an der Spitze der Prozession zu Fuß an. Der Ort im Westjordanland wird als Geburtsort Jesu verehrt. Die Geburtskirche stammt aus dem 6. Jahrhundert. Dies könne man nicht ändern, sagte er.

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