Mindestens drei Tote bei Anschlag auf Aussenministerium in Libyen

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Selbstmordattentäter haben beim Angriff auf Libyens Außenministerium in der Hauptstadt Tripolis mindestens zwei Zivilisten getötet. Zehn weitere seien verletzt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Es blieb zunächst unklar, ob ein zweiter Angreifer ebenfalls einen Sprengstoffgürtel zündete oder von Sicherheitskräften erschossen wurde. Ein dritter Mann sei bei einer Schiesserei mit dem Sicherheitspersonal des Aussenministeriums getötet worden. Dieser leitete demnach eine Abteilung im Außenministerium. Sie hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle und ist auch in Tripolis auf das Wohlwollen zahlreicher örtlicher Milizen angewiesen. Das Land ist dabei tief gespalten, eine Gegenregierung im Osten beansprucht die Macht ebenso für sich.

Der Innenminister der offiziellen Regierung, Fathi Ali Baschaga, sprach bei einer Pressekonferenz am Dienstag von einem sicherheitspolitischen Chaos.

Das libysche Aussenministerium verurteilte den Anschlag am Dienstag.

Das Außenministerium gab bekannt, dass alle Menschen, die während des Angriffs in dem Gebäude waren, in Sicherheit gebracht worden seien. "Die libysche Bevölkerung führt für die Welt einen Kampf gegen den Terror", hiess es in einer Mitteilung.

Erst im Herbst war es in Tripolis zu schweren Zusammenstössen verfeindeter Milizen gekommen. Rund 500 weitere wurden verletzt. Sie trug aber die Handschrift der Terrormiliz Islamischer Staat, deren Ableger in Libyen nach dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 ebenso Fuß fassen konnte wie andere Extremistengruppen. Vor zwei Wochen hatten die Dschihadisten mit der Tötung von sechs libyschen Geiseln für Aufmerksamkeit gesorgt.

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