Schlechte Verkaufszahlen des iPhone: Apple senkt Umsatzprognose

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Apple hat die Umsatzerwartungen für das wichtige Weihnachtsgeschäft kassiert. Hauptproblem ist die Absatzschwäche in China. Sie machen die Hochpreisstrategie des iPhone-Herstellers verantwortlich.

Der amerikanische Elektronikkonzern Apple hat am Mittwoch mit einer Prognosesenkung für das wichtige Weihnachtsgeschäft die Investoren überrascht. Erwartet worden waren zuvor 89 bis 93 Milliarden.

Die Korrektur gehe vor allem auf die schlechteren iPhone-Verkäufe in China zurück, betont Konzernchef Tim Cook.

In der Folge reagierten die Märkte prompt: Die Apple-Aktie fiel nachbörslich zeitweise um über 8 Prozent. Dies führt er auf makroökonomische Ursachen wie einer sich abschwächenden Konjunktur in China und der Dollar-Stärke zurück.

Die Apple-Aktie rutschte gestern nach US-Börsenschluss bös in den Keller.

Cook macht in erster Linie die schwache Nachfrage von iPhones in China für die geringeren Umsätze verantwortlich. Vielleicht hätten sich einige chinesische Konsumenten aber bewusst gegen den Kauf eines Produktes eines US-Unternehmens entschieden. Handelsstreitigkeiten (Stichpunkte: Donald Trump, Zölle und Co.) und ein ausbleibendes Wirtschaftswachstum seien ursächlich für die rückläufigen Absatzzahlen von iPhone, iPad und Mac. Apple habe die wirtschaftliche Abschwächung in dem Markt unterschätzt.

Schon länger kursieren Spekulationen, dass sich Apples neue iPhone-Generationen wie XR, XS und XS Max mit Preisen von bis zu 1650 Dollar schlechter verkaufen. In China, wo die heimischen Konkurrenten Huawei, Oppo, Vivo und Xiaomi nach Angaben des Marktforschers IDC den Kaliforniern den Rang abgelaufen haben, lag der Marktanteil von Apple in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nach Angaben des Marktforschers Canalys noch bei 7,8%, während es vor vier Jahren noch 12,5% gewesen waren.

"Er nutzt die Handelsturbulenzen vielleicht auch nur als Ausrede für manche Fehler, die Apple im vergangenen Jahr selbst gemacht hat", kommentierte Hal Eddins, Chefvolkswirt von Capital Investment Counsel, die selbst an Apple beteiligt ist, die Aussagen von Cook.

Doch nicht nur in China verlief das iPhone-Geschäft enttäuschend. Zuletzt schürten Prognosesenkungen von Zulieferern die Sorgen von Investoren.

Der Konzern hatte bereits angekündigt, vom Weihnachtsquartal an keine Stückzahlen verkaufter Geräte mehr zu veröffentlichen - was von einigen Marktbeobachtern als Zeichen für eine Abschwächung beim iPhone-Absatz gewertet wurde.

Gleichzeitig hatte Apple im vergangenen Jahr noch einmal teurere neue Modelle seines Smartphones herausgebracht. "Services erwirtschaftete im Laufe des Quartals einen Umsatz von über 10,8 Milliarden US-Dollar und erreichte in jedem geografischen Segment einen neuen Quartalsrekord, und wir sind auf dem besten Weg, unser Ziel zu erreichen, die Größe dieses Geschäfts von 2016 bis 2020 zu verdoppeln". Jetzt steht der erste Umsatzrückgang in einem ersten Quartal unter der Führung von Tim Cook an, der vor sieben Jahren an die Unternehmensspitze rückte. Damit lösten sich etwa 50 Milliarden Dollar Börsenwert in Luft auf. Der Konzern muss deshalb seine Umsatzerwartung senken.

Der iPhone-Konzern muss nach dem verpatzten Weihnachtsgeschäft die Umsatzprognose für die vergangenen drei Monate auf 84 Milliarden Dollar senken. Ausführliche Zahlen zu dem Weihnachtsquartal will Apple am 29. Januar veröffentlichen.

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