Warnstreiks in Geldtransport-Branche gehen weiter

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Vor dem Lübecker Geldtransport-Unternehmen Ziemann versammelten sich laut Gewerkschaft etwa 40 Beschäftigte.

Einem Sprecher zufolge arbeiten im Bundesland rund 500 Menschen in der Branche, darunter Geldzähler, Transportfahrer und Vorbereiter für Geldtransporte. In mehreren Orten Bayerns sind Beschäftigte der Geld- und Wert-Branche am Mittwochmorgen in den Warnstreik getreten. Ob auch am Donnerstag gestreikt wird, soll im Laufe des Vormittags entschieden werden. Die Gewerkschaft wertet den Streik als Erfolg: "Wir gehen davon aus, dass am Mittwoch 85 Prozent der Touren in Bayern nicht stattgefunden haben", so Winkler. Verdi bezeichnet das bisherige Angebot der Unternehmen als nicht verhandlungsfähig. Banken und Geschäfte blieben so vielerorts ohne frisches Bargeld, heißt es seitens der Gewerkschaft Verdi.

Bei der Sparkasse in Nürnberg gebe es keine Engpässe, erklärt Pressesprecherin Tina Koller. Geldtransporte zwischen den einzelnen Standorten übernehme eine Sparkassen-Tochtergesellschaft. Zudem würden sich nicht alle Beschäftigten an der vorübergehenden Arbeitsniederlegung beteiligen. Vielfrequentierte Automaten, gerade von kleineren Banken, dürften dann Versorgungsprobleme bekommen und Kunden müssten auf Maschinen in der Nähe ausweichen.

Selbst wenn sie von den Warnstreiks betroffen wären, hätten die beiden Geldhäuser kaum Probleme, versichern sie. Und bis dahin? Die BDGW geht nicht von so großen Problemen aus. Aber: "Die Bargeldversorgung in Deutschland wird nicht zusammenbrechen", sagte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) auf dpa-Anfrage. Gebraucht wurden sie nicht.

Problematisch wäre erst ein mehrtägiger oder mehrwöchiger Streik. "Wir haben für den Notfall eine interne Hotline für unsere Filialen eingerichtet".

Die unmittelbaren Auswirkungen hielten sich in der Region Osnabrück am Streiktag jedoch noch in Grenzen, auch weil die Geldversorgung über den Jahreswechsel nicht ausgeblieben ist.

Verdi hatte vorab davor gewarnt, dass es wegen des Warnstreiks zu Engpässen kommen könnte - an Geldautomaten und auch im Handel. Der Handelsverband Deutschland rechnet ferner wegen der zeitlichen begrenzten Warnstreiks nicht mit Folgen für den Handel. Immer mehr Supermärkte ermöglichen ihren Kunden auch das Geldabheben an der Kasse.

Der Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will für bundesweit 12.000 Beschäftigte eine Erhöhung des Stundenlohns erwirken. Die Verhandlungen werden heute und morgen fortgesetzt. Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro bzw. eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat, sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern bei einer Laufzeit von zwei Jahren.

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