Huawei bestraft Mitarbeiter für Tweet per iPhone

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Ein Neujahrsgruß des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei hat für zwei Beschäftigte unangenehme Folgen. Da Twitter das in den Meta-Informationen anzeigt, ist das sehr schnell aufgefallen und sorgte für Spott - so wie wenige Wochen zuvor beim Apple Music-Account.

Der Umgang von Huawei mit dem Fauxpas wiederum hat das Potenzial zum nächsten PR-Desaster für das Unternehmen, das im Westen Fuß fassen will und auf Großaufträge zum Aufbau der Infrastruktur für die neuen 5G-Netze im Westen buhlt. Der Tweet wurde zwar rasch entfernt, doch Screenshots davon kursieren nach wie vor in sozialen Medien. Und den Huawei-Followern wurde von ihren Clients auch angezeigt, dass die Nachricht "via Twitter for iPhone" gesendet wurde. In einem internen Memo, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, sagt ein Vorstandsmitglied, dass der "Zwischenfall Schaden an der Marke Huawei angerichtet" habe. Veröffentlicht wurden diese allerdings nicht von Huawei-Mitarbeitern, sondern von einer PR-Agentur, an die man das Social Media-Marketing ausgelagert hat.

Entstanden war die Panne wohl, als der ausgelagerte Social-Media-Dienstleister Sapient beim Versuch den Tweet von einem festinstallierten Computer zu versenden, "VPN-Probleme" hatte.

Huawei sieht darin ein Versagen der zuständigen Manager im Unternehmen. Huawei verweist bei dem Fehler auf Verfahrensunregelmäßigkeiten und mangelnde Managementaufsicht. Angesichts dessen, dass Huawei erst kürzlich hinsichtlich der Zahl verkaufter Smartphones an Apple vorbeigezogen ist, hätte man die Sache vielleicht mit etwas Humor nehmen und entsprechend beantworten können - doch im Konzernvorstand entschied man sich lieber für eine ziemlich ungehaltene Reaktion. Hintergrund ist die Tatsache, dass China den Zugang zu Twitter ebenso wie zu Facebook und Google blockiert. Das Gehalt der beiden Mitarbeiter wurde um jeweils 5.000 Yuan reduziert, das sind umgerechnet knapp 640 Euro. Im vergangenen Jahr hatte Hu Xijin, der Chefredakteur der regimetreuen Zeitung "Global Times" ein iPhone benutzt, um seine Unterstützung gegenüber dem chinesischen Smartphone-Hersteller und heimischen Konkurrenten ZTE zum Ausruck zu bringen. Er kam mit einem Tadel davon.

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