Hacker-Attacke auf Politiker und Promis: Kommt der Daten-Dieb aus Hamburg?

Einstellen Kommentar Drucken

Unbekannte haben sensible Daten von hunderten Politikern kopiert und im Internet veröffentlicht, berichtet der rbb.

Bei den verlinkten Inhalten handelt es sich um teils sehr persönliche Daten wie Chats mit Familienmitgliedern, private Urlaubsbilder, Telefonnummern, Einzugsermächtigungen, Kontoauszüge und Kreditkartendaten. Ein Überblick über die Faktenlage. Ebenso Chats, Briefe, Rechnungen und Kreditkarteninformationen, sowie Passkopien und Bewerbungen. Sein Blog wurde inzwischen entfernt, die Daten wurden aber - möglicherweise als Sicherung - auch auf anderen Seiten hochgeladen.

Betroffen sind von dem Hackerangriff nach Recherchen von t-online.de auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (zwei offizielle E-Mail-Adressen und eine Faxnummer).

Wie wurden die Daten verbreitet?

Der besagte Twitter-Account ließ sich ab dem späten Vormittag nicht mehr erreichen, darüber verlinkte Seiten mit persönlichen Daten von Politikern und Prominenten blieben aber noch online. Sie wurden im Format eines Adventskalenders bis Weihnachten veröffentlicht. Besonders viele persönliche Informationen wurden zu Grünen-Chef Robert Habeck veröffentlicht, große Datenmengen gibt es auch zum Grünen-Netzexperten Konstantin von Notz. Er hat mittlerweile mehr als 17.000 Follower. Zumindest das Twitter-Konto, über das die Daten verbreitet wurden, ist am Freitagmittag gesperrt worden. Die Angriffe liefen der "Bild"-Zeitung zufolge bis Ende Oktober 2018".

"Die Urheber wollen Vertrauen in unsere Demokratie und ihre Institutionen beschädigen", erklärte Justizministerin Katarina Barley (SPD).

Berlin. Kopien von Personalausweisen, Briefe von Bundestagsabgeordneten und Privatadressen von Prominenten sind im Netz gelandet. Er arbeitete viele Jahre für Bundesbehörden in der IT-Sicherheit.

Betroffen von der wohl massiven Hackerattacke sind laut Bundesregierung Politiker aus dem Bundestag, dem Europaparlament, den Landtagen bis hin zu den Kommunen. Laut BSI ist das Regierungsnetz jedoch nicht betroffen.

Wer ist von dem Daten-Leak betroffen?

Auffällig ist: Von Politikern der AfD wurden bisher keine Daten veröffentlicht. Laut einer Sprecherin sind aber "keine sensiblen Informationen und Daten" aus dem Bundeskanzleramt enthalten. Opfer sind bekannte Schauspieler, Sänger und Musikgruppen, aber auch Moderatoren und eine ganze Reihe Journalisten von ARD und ZDF sowie Politiker aller Parteien außer der AfD.

Außerdem prüft der Generalbundesanwalt den Angriff. "Die gehört mir nicht, sie wurde mir nie geschickt, und ich hab sie nicht gespeichert", sagte Post am Freitag. Wer für die Veröffentlichung verantwortlich ist und welche Motivation dahintersteckt, war am Freitagmorgen noch unklar.

Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Urheber der Veröffentlichung ausfindig zu machen, heißt es in einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums. Böhmermann hatte auf das rechtsradikale Troll-Netzwerk "Reconquista Germanica" mit der Aktion "Reconquista Internet" reagiert.

Wie geht es jetzt weiter?

Das nationale Cyber-Abwehrzentrum kam am Morgen zu einer Krisensitzung zusammen. Bei der SPD sind es Hilde Mattheis (Ulm) und Christian Lange (Schwäbisch Gmünd), von den Grünen Ekin Deligöz (Neu-Ulm).

Comments