Bahn und Lokführer einigen sich auf Tarifvertrag - keine Streiks bis März 2021

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

Bahnreisende können aufatmen - für fast zweieinhalb Jahre wird es bei der Bahn keine Streiks des Zugpersonals geben. Bahn-Personalchef Martin Seiler verwies auf entsprechende Regeln, die man bereits vorbesprochen habe. Allerdings berücksichtigt die nun geschlossene Vereinbarung mit der der GdL auch einige Punkte, die speziell auf die Anforderungen von Lokführern zugeschnitten sind.

Die GDL wies darauf hin, dass es der erste Abschluss bei der Deutschen Bahn seit 2002 sei, der ohne Schlichtung oder gar Streiks erreicht worden sei. "Wir lehnen es ab, dass unsere Leute rund um die Uhr erreichbar sein sollen", hatte GDL-Chef Claus Weselsky vor dem Beginn der Gespräche erklärt. Zuvor hatten Bahn und GDL am Donnerstag in Frankfurt am Main ihre Verhandlungen wieder aufgenommen.

Von den 160 000 Tarifbeschäftigten der Bahn werden 36 000 durch GDL oder EVG vertreten. Im vergangenen Monat hatte sich die Bahn bereits mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf einen ähnlichen Abschluss geeinigt. Die Löhne sollen ab Juli 2019 zunächst um 3,5 Prozent, ab Juli 2020 dann um weitere 2,6 Prozent steigen. Geplant sind auch Verbesserungen bei der Arbeitszeit, bei Zulagen und Pausen. Hinzu kommt noch eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Das liegt daran, dass Bahn und GDL beim letzten Mal eine Schlichtungsvereinbarung getroffen hatten.

Mit der Tarifeinigung kann sich die Bahn nun ganz darauf konzentrieren, an der Pünktlichkeit ihrer Züge zu arbeiten und die dringend benötigten Investitionen auf die Schiene zu bringen. Die Deutsche Bahn war in der Hinsicht schon vor zwei Jahren Vorreiter.

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Die Bundesregierung forderte im Dezember indes grundlegende Reformen beim Staatskonzern. Nötig sei eine "Neustrukturierung", hatte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Enak Ferlemann (CDU), der "Welt am Sonntag" gesagt und der Bahn ein Ultimatum gesetzt: Bis März müsse ein entsprechendes Konzept vorliegen, erste Ergebnisse wolle die Bundesregierung bei einem Termin im Januar hören. Für zusätzliche Einschränkungen für Bahnkunden sorgten Anfang Dezember zudem Warnstreiks der EVG, die den Fernverkehr zeitweise komplett lahmlegten.

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