Feinstaubbelastung: Deutsche Umwelthilfe prüft Klage gegen Böller

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Feinstaub, Lärm und Berge von Müll: Es gibt viele Gründe, die für ein Verbot von Böllern an Silvester sprechen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will eines dieser Argumente nun nutzen - zur Not vor Gericht.

Mit Klagen vor Gericht hatte die Deutsche Umwelthilfe bereits in einigen Innenstädten Fahrverbotszonen für bestimmte Dieselfahrzeuge durchgesetzt. "Wir werden den politischen Druck erhöhen", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch der "Berliner Zeitung". Die Organisation will nun alle Möglichkeiten einer Klage prüfen. "Das wäre jedoch das letzte Mittel der Auseinandersetzung", sagte Resch. Bevorzugen würde der Umweltverband demnach eine außergerichtliche Einigung mit den Kommunen. Umweltschützer warnen schon lange vor der hohen Feinstaubbelastung durch die Silvesterböllerei.

Die sozialen Medien waren voller Anti-Feuerwerk-Posts, einzelne Supermärkte weigerten sich, Raketen zu verkaufen. Doch mit dem Feuerwerk steigt auch jedes Jahr die Feinstaubbelastung.

Die Umwelthilfe hat dem Bericht zufolge die Kommunen mit hoher Luftbelastung aufgefordert, zentrale und professionell gestaltete Feuerwerke außerhalb dieser mit Feinstaub gelasteten Zonen zu veranstalten. Das entspreche etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

Berlin Nach Expertenmeinung schaden Feuerwerkskörper der Umwelt mindestens so sehr wie Dieselabgase. "Ein öffentliches Feuerwerk oder eine professionelle Pyro-Show sind dabei nicht nur sicherer".

Rückendeckung bekommt der Umweltschützer von einer vor Kurzem erstellten, repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland erstellt hat. 33 Mal seien Einsatzkräfte mit Pyrotechnik angegriffen worden sein, ein Feuerwehrmann soll ein Knalltrauma erlitten haben.

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