Kevin Spacey vor Gericht: Urteil nach sechs Minuten gefällt

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Seit Herbst 2017 sind in mehr als 30 Fällen Vorwürfe von sexuellen Übergriffen und Belästigung gegen den Schauspieler öffentlich vorgebracht worden. Doch seinen Antrag, sich von seinen Anwälten vertreten zu lassen, hatte der Richter abgewiesen.

Medienberichten zufolge hatte Spacey auch der ersten Anhörung am Montag fernbleiben wollen, Richter Barrett hatte sein Erscheinen aber angeordnet. Beim nächsten Termin am 4. März müsse Spacey nicht persönlich anwesend sein, aber für eventuelle Rückfragen beispielsweise per Telefon zur Verfügung stehen, ordnete der Richter an. Die Autofahrt wurde bereits aus der Luft gefilmt, die Straße vor dem Gerichtsgebäude war gesäumt von zahlreichen Übertragungswagen, und auch der kleine Gerichtssaal war mit mehr als zwei Dutzend Medienvertretern und -vertreterinnen belegt.

Er darf sich seinem mutmasslichen Opfer nicht nähern: US-Schauspieler Kevin Spacey musste sich heute wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung verantworten.

Obwohl viele Männer teils schwere Vorwürfe gegen den Oscar-Gewinner erheben, muss sich Spacey derzeit nur in einem Fall rechtfertigen: 2016 soll er in einer Bar in Nantucket den damals 18-jährigen Sohn der Nachrichtensprecherin Heather Unruh angegangen haben und ihn gegen seinen Willen im Schritt berührt haben.

Spacey werden ein unsittlicher Angriff und Körperverletzung vorgeworfen. Das mutmassliche Opfer arbeitete als Aushilfskellner in dem Restaurant. Die Spacey-Anwälte äußerten die Einschätzung, dass die Daten "wahrscheinlich entlastende" Informationen über ihren Mandanten enthielten.

Der Aushilfskeller soll während des Vorfalls Nachrichten mit seiner Freundin ausgetauscht und auch ein Video mit seinem Smartphone gedreht haben.

Spacey reiste mit seinem Privatjet und danach mit einem Auto an. Gegenüber Spacey hatte sich der Kellner fälschlich als 23 Jahre alt ausgegeben.

Ein Jahr lang hatte sich Spacey komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der Schauspieler habe ihm dann mehrfach in die Hose gefasst. Doch handelt es sich um den ersten Fall, in dem Spacey ein Prozess droht. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine andere Klage gegen Spacey ad acta gelegt, weil die Vorwürfe aus dem Jahr 1992 inzwischen als verjährt galten. Am Londoner Old-Vic-Theater, wo er zwischen 2003 und 2015 die künstlerische Leitung innehatte, soll es Berichten zufolge Übergriffe von ihm gegen mindestens 20 Männer gegeben haben.

Die Anschuldigungen gegen Spacey waren kurz nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Filmmogul Harvey Weinstein bekanntgeworden. Als Reaktion auf die Enthüllungen hatte der Streaming-Dienst Netflix die Zusammenarbeit mit dem Star der Serie "House of Cards" aufgekündigt. Regisseur Ridley Scott ging so weit, ihn aus dem bereits abgedrehten Film "Alles Geld der Welt" zu schneiden und im Eiltempo die Szenen mit dem Schauspieler Christoph Plummer nachzudrehen.

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