Weltbank-Präsident Kim tritt unerwartet zurück - Gründe unbekannt

Einstellen Kommentar Drucken

Der Chef der Weltbank gibt drei Jahre früher als geplant seinen Posten auf. Der 59-Jährige hatte nach seiner ersten fünfjährigen Amtszeit im Sommer 2017 seine zweite Amtsperiode angetreten. Nun tritt er zurück und will sich für die Stärkung der Infrastruktur in Entwicklungsländern engagieren.

Nach mehr als sechs Jahren an der Spitze der Weltbank hat Präsident Jim Yong Kim überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Übergangsweise soll die Geschäftsführerin der Weltbank, Kristalina Georgieva, den Präsidentenposten übernehmen.

Es sei ihm eine "große Ehre" gewesen, der "bedeutenden" Institution zu dienen, die sich dem Ziel der Armutsbekämpfung verschrieben habe, zitierte die Weltbank ihren scheidenden Präsidenten. So hatte die Bank kürzlich ein Kreditprogramm im Volumen von 200 Milliarden Dollar über vier Jahre für Klimaschutzprojekte und für den Kampf gegen den Klimawandel aufgelegt. Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Chefposten des Hauses mit Sitz in Washington traditionell von den USA besetzt.

Kim wurde in Südkorea geboren und machte als Mediziner und Gesundheitspolitiker Karriere, bevor ihn der damalige US-Präsident Barack Obama für den Spitzenposten bei der Weltbank nominierte.Seine erste Amtszeit hatte Kim 2012 als Nachfolger von Robert Zoellick begonnen.

Die Schwesterorganisation, der Internationale Währungsfonds (IWF), wird dagegen üblicherweise von einem Europäer bzw. einer Europäerin geleitet, zurzeit von der Französin Christine Lagarde. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war Kim aber weder Politiker noch Banker oder Diplomat - sondern Mediziner. Internationale Erfahrung sammelte er vor allem als Direktor für Aids-Bekämpfung bei der Weltgesundheitsorganisation WTO.

Comments