Nach Air-Berlin-Pleite: Germania in großer Finanznot

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Ungeachtet der finanziellen Schwierigkeiten treibt Germania den Umbau der Flotte voran. Es gehe dabei um die zentrale Frage, wie Germania als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben könne.

Germania selbst kündigte an, dass es beim Flugbetrieb keine Einschränkungen gebe. Im Winterflugplan biete Germania elf Flüge pro Woche ab dem Airport an, im Sommer seien es "deutlich mehr". Allerdings sei die Suche nach neuen Aktionären bisher erfolglos verlaufen. Bis zum 27. Dezember habe die deutsche Fluggesellschaft 20 Millionen Euro gebraucht, um weiterfliegen zu können, berichtet das Portal unter Berufung auf mehrere voneinander unabhängige und übereinstimmende Quellen.

Seit längerer Zeit ranken sich um die Finanzen der Airline Germania diverse Gerüchte, zuletzt soll sie nach airliners.de-Informationen kurz vor der Insolvenz gestanden haben. Und Wizz Air habe in letzter Zeit oft betont, eine aktive Rolle bei der Konsolidierung spielen zu wollen. Heute ist die Germania auch für viele Reiseveranstalter unterwegs.

Germania gehört über eine zwischengeschaltete Beteiligungsgesellschaft komplett ihrem Chef Karsten Balke. Wenn eine Airline offenbar aus insolvenzrechtlichen Gründen zu einer derartigen Mitteilung gezwungen sei, wäre der kurzfristige Einstieg von Investoren dringend erforderlich, um den Fortbestand zu sichern, sagte Baublies. So orderte Germania auf der Farnborough Airshow bei London 25 Airbus-Mittelstreckenjets der A320neo-Modellfamilie und sicherte sich Optionen auf 15 weitere Flugzeuge der Reihe. Die Auslieferungen sollen nach bisherigen Angaben im Jahr 2020 beginnen. Künftig will Germania mit einer reinen Airbus-Flotte unterwegs sein.

Hinzu kommen "erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an unserer Flotte". Die Folgen seien "große Belastungen" gewesen.

Grund für die Schieflage sei die Umbruchsituation in der der europäischen Luftfahrtbranche. Besonders das vergangene Jahr sei "mit grossen Herausforderungen" verbunden gewesen.

Demnach geht es nicht mehr nur um eine kurzfristige Finanzierungslücke: Auch ein Verkauf der ganzen Germania-Gruppe in Teilen oder als Ganzes ist laut "Aero Telegraph" ein aktuelles Thema. Eine Easyjet-Sprecherin sagte, man wolle die Spekulationen nicht kommentieren. Sie verfügt über eine Schweizer Betriebslizenz, ein so genanntes AOC und ist zu 60 Prozent mit Schweizer Kapital bestückt, während die deutsche Mutter als Minderheitsaktionärin eine 40-Prozent-Beteiligung aufweist.

Neben gestiegenen Treibstoffkosten machte vielen Airlines 2018 das Flugchaos in Europa zu schaffen. Der Weltluftfahrtverband IATA schätzt, dass Fluglinien für Entschädigungen europaweit rund zwei Milliarden US-Dollar (knapp 1,8 Mrd Euro) zahlen mussten. Nun meldet die deutsche Fluglinie Probleme.

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