Thomas Hitzlsperger: Das hat sich verändert

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Fünf Jahre nach seinem Coming-out empfindet der frühere Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger den Profisport als wesentlich toleranter.

Fünf Jahre nach seinem Coming-out meint Thomas Hitzlsperger nun dazu in einem Interview mit der "ARD-Radio-Recherche Sport": "Es gibt, glaube ich, jetzt eine ganz andere Gesprächsebene, auch wenn wir über sexuelle Vielfalt sprechen".

Der Mann, der seit fast 18 Jahren die Geschicke beim Klub von Adi Hütter leitet, erklärt zwar, dass er einen geouteten Spieler seiner Mannschaft unterstützen würde, die Zeit dafür sei allerdings noch nicht reif. "Es ist kein so ein Tabu mehr".

Im Januar 2014, nach seinem Karriereende, hatte Hitzlsperger in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" seine Homsexualität thematisiert und angekündigt: "Ich möchte gern eine öffentliche Diskussion voranbringen - die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern".

Hitzlsperger, der derzeit Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart, ARD-Experte bei Länderspielen und Botschafter für Vielfalt des Deutschen Fußball-Bundes ist, befürchtet eine falsche Beratung anderer schwuler Fußballer. Von Fans hätten Spieler, die sich outen wollten, nicht so viel zu befürchten. "Das sind viele Befürchtungen, die nur in den Köpfen einiger existieren, die aber nicht real sind". Die meisten dachten, das geht nicht gut. Man müsse da auf seine eigene Stimme hören.

Der gebürtige Münchner, der als deutscher Nationalspieler am Sommermärchen 2006 beteiligt war, plädiert für öffentliche Unterstützung der Verantwortlichen im Fußball-Bereich: "Arbeitet nicht immer mit den Ängsten und sagt den Leuten, was alles sein könnte - nein, das ist genau das falsche Signal".

"Alle Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sollten ermutigende Worte sprechen". Ich würde mir da einen positiveren Ansatz wünschen.

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