Merz berät CDU künftig bei Wirtschafts- und Finanzpolitik

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Auch nach Merz' Niederlage hatten manche seiner Unterstützer ihn weiterhin als potenziellen Kandidaten für das Kanzleramt gehandelt.

Die neue Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat Friedrich Merz, den ehemaligen Konkurrenten um den CDU-Vorsitz, nun in die Parteiarbeit eingebunden - aber wohl so, dass er ihr nicht mehr gefährlich werden kann.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich in einem Telefonat mit ihrem unterlegenen Gegenkandidaten im Kampf um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, auf seine Einbindung in die Parteiarbeit geeinigt.

Eine CDU-Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen Bericht der "Welt", dem zufolge Merz Mitglied in einem bestehenden Beraterkreis zur sozialen Marktwirtschaft werden und an führender Stelle den Themenbereich "Zukunft der transatlantischen Beziehungen" begleiten soll.

Der frühere Fraktionschef soll lediglich Mitglied einer Expertenkommission aus Wirtschaft und Wissenschaft werden, die seit einiger Zeit die CDU-Spitze berät. Dieses Thema solle nach der Europawahl im Mai zu einem inhaltlichen Schwerpunkt der Partei werden. Außerdem soll er am Prozess zur Erstellung des neuen Grundsatzprogramms der CDU mitwirken.

Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand in der Union, Christian von Stetten, begrüßte die Vereinbarung von Merz und Kramp-Karrenbauer.

Merz hatte sich Mitte Dezember via Interview für einen Ministerposten ins Gespräch gebracht. "Ich wünsche mir, dass er sichtbar bleibt". 2009 verkündete Merz, er werde eine "Polit-Pause" einlegen. Nachdem er die Kampfabstimmung um den Parteivorsitz knapp gegen sie verloren hatte, forderte besonders der konservative Wirtschaftsflügel der CDU, ihn in die Parteiarbeit einzubinden.

Merz schloss gegenüber Vertrauten aus, unter Angela Merkel ein Ministeramt zu übernehmen. Die sich andeutenden schlechteren Konjunkturdaten erforderten ein Umsteuern in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, hatte etwa der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, gesagt. "Hierfür ist auch die Einbeziehung von Friedrich Merz ein ganz wichtiger Schlüssel". Merz könne wesentlich dazu beitragen, die Unterscheidbarkeit zu anderen Parteien deutlich zu machen und so die Volksparteien zu stabilisieren. Merz sagte kurz vor Weihnachten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Wirtschaft und Politik zutrauen". Auch Kramp-Karrenbauer hatte mehrfach den Wunsch geäußert, Merz möge weiter in der Partei tätig sein.

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